Der schwächelnde Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf will Insidern zufolge seinem Geschäft möglicherweise mithilfe eines finanzstarken Investors auf die Sprünge helfen. Der Paderborner Konzern habe Investmentbanken um Unterstützung gefragt, um verschiedene Möglichkeiten auszuloten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei werde auch die Übernahme durch einen Finanzinvestor nicht ausgeschlossen. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie schoss daraufhin um 17 Prozent in die Höhe auf 50,51 Euro. Das war der höchste Stand seit einem Jahr. Nach Börsenschluss lag das Papier noch acht Prozent im Plus.

Ein Berater sei aber noch nicht mandatiert und eine endgültige Entscheidung noch nicht gefasst, erklärten die Insider weiter. Wincor lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass Vorstandschef Eckard Heidloff in der Vergangenheit mehrfach erklärt habe, offen für Partnerschaften zu sein.

Seit der Finanzkrise und den verschärften Sparmaßnahmen der Banken hat Wincor nicht mehr richtig Fuß gefasst. Heidloff steuerte mit Stellenstreichungen und dem Ausbau des Software-Geschäftes gegen. Im vergangenen Jahr setzten dem Konzern zudem der Russland/Ukraine-Konflikt und der Währungsverfall einiger Schwellenländer zu. Hinzu kommt der Preisverfall bei der Hardware.

Heidloff peilt in diesem Jahr ein moderates Umsatzwachstum und eine überproportionale Gewinnsteigerung an. Im Geschäftsjahr 2013/14 hatte Wincor bei einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro operativ 155 (132) Millionen Euro inklusive eines Verkaufserlöses von 20 Millionen verdient. Die Aktionäre sollen daran mit einer auf 1,75 (1,48) Euro angehobenen Dividende beteiligt werden.

Reuters