"Gut Ding will Weile haben", sagte Vorstandschef Eckard Heidloff am Montag in Düsseldorf. Er betonte, die erfolgreiche Restrukturierung zeige, "dass wir auch alleine überleben können." In den laufenden Gesprächen mit Diebold würden Vor- und Nachteile sowie Perspektiven ausgelotet. Die Verhandlungen würden auf gleicher Augenhöhe geführt. Eine feindliche Übernahme sei nicht geplant, so Heidloff.

Einen Zeitpunkt für eine endgültige Entscheidung wollte Heidloff nicht nennen. Er räumte aber ein, dass eine Hängepartie bei Kunden für Verunsicherung sorge. Diebold und Wincor hatten Mitte Oktober ihre Fusionspläne bekanntgegeben. Der US-Konzern will 1,73 Milliarden Euro in bar und Aktien für den ähnlich großen deutschen Rivalen bieten. Derzeit prüft Diebold die Bücher von Wincor Nixdorf. Mit der Übernahme könnten die Amerikaner zum Branchenführer NCR aufschließen.

NACH GEWINNEINBRUCH WIEDER AUF WACHSTUM AUS



Der Paderborner Konzern verbuchte 2014/15 einen Einbruch des operativen Gewinns (Ebita) um 86 Prozent auf 22 Millionen Euro. Er wurde durch Sanierungskosten in Höhe von 80 Millionen Euro geschmälert. Netto blieben noch acht (Vorjahr: 104) Millionen. Wegen des mageren Gewinns sollen die Aktionäre daher leer ausgehen. Für 2013/14 hatten sie noch 1,75 Euro je Aktie erhalten.

In dem seit Oktober laufenden Bilanzjahr soll das Ebita um 50 Prozent auf 150 Millionen Euro steigen. Allerdings werden nochmals Restrukturierungsaufwendungen von 40 Millionen Euro anfallen, die den Gewinn letztendlich wohl auf 110 Millionen drücken werden. Die Aktionäre können dann auch wieder auf eine Dividende hoffen. Beim Umsatz peilt Heidloff einen leichten Anstieg an. 2014/15 war er um zwei Prozent auf 2,427 Milliarden Euro geschrumpft. Der Firmenchef fügte hinzu, das Auftaktquartal sei vielversprechend angelaufen und stütze die Prognose.

Wincor leidet wie die gesamte Branche unter den Sparmaßnahmen der Banken und der Investitionszurückhaltung der Händler. Das Hardwaregeschäft schrumpft. Viele Unternehmen versuchen deshalb, den Sprung zum Software- und Dienstleistungs-Anbieter zu schaffen. Zudem liefen die Geschäfte in den Schwellenländern schwach, so Heidloff. Vor allem in Russland und China habe Wincor schmerzhafte Einbußen erlitten

Reuters