Der Ausgabepreis für die Zalando -Aktie hatte im Herbst 2014 bei 21,50 Euro gelegen. Das bedeutet für Aktionäre der ersten Stunde inzwischen einen satten Kursgewinn von rund 80 Prozent.

Zalando rechnet nach einem erfolgreich verlaufenen dritten Quartal mit einer höheren Gewinnmarge fürs Gesamtjahr. Die US-Bank JPMorgan reagierte darauf prompt mit einer Kurszielanhebung, blieb aber bei ihrem neutralen Urteil zur Aktie.

STARKER KURSVERLAUF SEIT SOMMER

Das Papier hat seit seinem Durchhänger im Juni um 67 Prozent zugelegt. Gerechnet vom Jahresbeginn ab ergibt sich jedoch nur ein vergleichsweise mageres Plus von 5 Prozent - in etwa so viel, wie der MDax in dieser Zeit zugelegt hat.

Im Sommer hatten Investoren sich gefragt, wie lange Zalando sein Wachstumstempo beibehalten könne, zumal sich der Wettbewerb verschärfte. Als zusätzlicher Belastungsfaktor kam die Entscheidung der Briten hinzu, die EU zu verlassen. Zalando konnte die Sorgen aber mit guten Geschäftszahlen wieder zerstreuen.

Analyst Thomas Maul von der DZ Bank, der die Aktie mit "Kaufen" eingestuft hat, sprach in einer ersten Einschätzung zu den aktuellen Zahlen von einer überraschend guten operativen Entwicklung. Zwar habe er sich auf der Umsatzseite ein besseres Abschneiden gewünscht, dies sei dank der Gewinnentwicklung aber mehr als wettgemacht worden. Er geht nun von steigenden Markterwartungen aus.

UMSATZENTWICKLUNG ENTTÄUSCHT

Auch Analyst Carl Hazeley von der Investmentbank Goldman Sachs verwies als Wermutstropfen bei Zalando auf die hinter den Erwartungen zurückgebliebene Umsatzsteigerung. Im dritten Quartal hatte Zalando vorläufigen Zahlen zufolge die Konzernerlöse um 16 bis 18 Prozent verbessern können. "Der Geschäftsbericht hat gezeigt, dass der Modemarkt träge war, zum Teil wohl wegen der Wetterverhältnisse", schrieb er.

Die starke Rentabilität hob aber auch Hazeley positiv hervor, zumal Zalando in einem dritten Quartal wegen Saisonalitätseffekten bisher stets Verluste geschrieben habe./ck/das/stb