Wie Airbus und Emirates mitteilten, ist der Auftrag laut aktueller Preisliste 16 Milliarden US-Dollar (gut 13 Milliarden Euro) wert. Allerdings sind in der Branche hohe Rabatte üblich. Der scheidende Airbus-Vertriebschef John Leahy äußerte sich überzeugt, dass der A380 noch bis in die 2030er-Jahre gebaut werde. US-Rivale Boeing sieht dagegen keine Zukunft mehr für so große Maschinen.

Für den krisengeschüttelten europäischen Konzern ist der Emirates-Deal nach einem Jahr mit Führungsstreitigkeiten und Korruptionsermittlungen ein Lichtblick. Binnen drei Jahren will sich Airbus wieder zum weltgrößten Flugzeugbauer aufschwingen und Boeing ablösen. Für Airbus-Manager Leahy ist der am Donnerstag in Dubai unterzeichnete Deal mit Emirates zudem ein letztes Glanzstück, bevor er im Februar in den Ruhestand gehen will. Erst am Montag hatte der Vertriebschef eingeräumt, dass dem A380 das Aus droht, wenn die lang ersehnte Bestellung nicht eingeht. Leahy äußerte sich überzeugt, dass auf den jüngsten Emirates-Auftrag weitere Orders für das zweistöckige Großraumflugzeug mit Platz für bis zu 500 Passagieren folgen werden.

Anleger zeigten sich erleichtert: Die Airbus-Aktien legten an der Pariser Börse um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 92,56 Euro zu.

"UNSERE KUNDEN LIEBEN DAS FLUGZEUG"



Schleppende Verkaufszahlen hatten zuletzt Zweifel an der Zukunft des A380 geweckt. Der einstige Hoffnungsträger, der 2005 zum Erstflug gestartet und 2007 erstmals an eine Airline ausgeliefert worden war, sollte der Boeing 747 kräftig Konkurrenz machen. Zu Spitzenzeiten produzierte Airbus 30 Flugzeuge im Jahr. Zuletzt wurde die Produktion auf sechs Maschinen gedrosselt. Im vergangenen Jahr war keine einzige Neubestellung für das zweistöckige Großraumflugzeug mit vier Triebwerken eingegangen. Zwei Aufträge waren storniert worden. Die letzte A380-Bestellung von einer anderen Airline als Emirates kam 2015 von der japanischen ANA.

Viele Fluggesellschaften entscheiden sich inzwischen für kleinere Jets, die leichter auszulasten und günstiger zu warten sind. Mit sogenannten Schmalrumpf-Maschinen ("narrow body"), wie sie gewöhnlich auf Kurzstrecken eingesetzt werden, verdienen die Hersteller das meiste Geld. Analysten gehen angesichts der kleinen Produktionszahlen des A380 nicht davon aus, dass Airbus mit diesem Flugzeugtyp Geld verdient.

Mit 101 Großraumfliegern in der Flotte ist Emirates der mit Abstand größte A380-Betreiber. Die erste Maschine hatte die arabische Airline im Juli 2008 erhalten, die 100. im November 2017. Damals wollten die Araber bereits die 36 neuen Riesen-Jumbos ordern, unterzeichneten aber den Vertrag überraschend nicht. Stattdessen forderte Emirates Garantien, dass der A380 noch mindestens für ein Jahrzehnt weiterproduziert wird. Die Auslieferung der jüngsten Bestellung soll 2020 beginnen. Derzeit prüft Emirates noch verschiedene Triebwerksoptionen. Verwaltungsratschef Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum sagte, der unterschiedlich einsetzbare A380 sei ein Erfolg für die Airline. "Unsere Kunden lieben das Flugzeug."

rtr