Es entstanden 850.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, Ökonomen hatten lediglich mit 700.000 gerechnet. "Das sind starke Zahlen, aber nicht so stark, dass sie Inflations- und Zinserhöhungsängste auslösen könnten", sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets. Am Devisenmarkt konnte der Euro Boden gutmachen und notierte bei 1,1845 Dollar nach zuvor 1,1820 Dollar.

Für Verwunderung bei Börsianern sorgte, dass die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote um einen Tick auf 5,9 Prozent stieg. "Bei ähnlichen starken Arbeitsplatz-Wachstumsraten haben wir im letzten Herbst noch deutliche Rückgänge der Arbeitslosenquote gesehen", fasste Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners zusammen. Das werde es der Fed schwer machen, unmittelbar an eine Straffung der Geldpolitik zu denken. Eine nachhaltige Erholung am Jobmarkt gilt als eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Notenbank ihre Anschubhilfe für die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft in absehbarer Zeit verringern kann.

OPEC+ UNEINS ÜBER FÖRDERMENGEN


Am Rohölmarkt war Warten angesagt, nachdem die Ländergruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, ein für Donnerstag geplantes Ministertreffen auf diesen Freitag verschoben hatte. Da sich die Staaten nicht auf eine Lockerung der Förderbremse einigen konnten, gelte die aktuelle Beschränkung weiter, konstatierten die Anlagestrategen der ING Bank. "Dies bedeutet, dass sich der Angebotsengpass verschärft." Wegen der Erholung der Weltwirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie steigt der Energiebedarf.

Selbst die diskutierte Anhebung der Produktionsquoten um 400.000 Barrel pro Tag wäre zu gering, um den Nachfrageüberhang zu verringern, kritisierte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Ein Preis von 80 Dollar oder mehr könnte die noch gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt spürbar belasten." Am Freitag notierte die Ölsorte Brent aus der Nordsee kaum verändert bei 75,74 Dollar je Barrel (159 Liter).

GRENKE IM AUFWIND - MISTER SPEX MIT KURSPLUS ZUM DEBÜT


Am deutschen Aktienmarkt zählte Grenke mit einem Kursplus von gut drei Prozent zu den Favoriten. Anleger reagierten erleichtert, dass die wegen angeblicher Bilanz-Tricksereien in die Schlagzeilen geratene Leasingfirma das Neugeschäft stabil halten konnte.

Gefragt waren auch die Papiere von Mister Spex. Sie stiegen bei ihrem Börsendebüt auf bis zu 26 Euro und lagen damit vier Prozent über ihrem Ausgabepreis von 25 Euro. Im Verlauf bröckelte der Kurs auf 25,10 Euro ab. Die Emission des Online-Optikers war 375 Millionen Euro schwer.

In Stockholm kam die geplante Komplettübernahme des Videospiele-Entwicklers Relax Gaming durch Kindred bei Anlegern gut an. Die Aktien des Anbieters von Online-Glücksspielen stiegen um gut acht Prozent. Der Deal hat den Angaben zufolge ein Gesamtvolumen von 320 Millionen Euro.

rtr