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Norwegen-Anleihe: Alles stabil

Norwegen-Anleihe: Alles stabil
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12.08.2017 05:10:00

Die norwegische Krone hängt am Ölpreis. Der stabilisiert sich. Mit einer Staatsanleihe setzen Anleger auch auf eine erstarkende Währung. Von Jörg Billina



Fjorde, die "Magie des Nordlichts" und der berühmte Felsen Kjeragbolten: Norwegen hat Urlaubern viel zu bieten. Im vergangenen Jahr stiegen die Übernachtungszahlen um fünf Prozent auf 33,1 Millionen. Ob das Land ein preisgünstiges oder eher teures Ferienziel ist, hängt insbesondere vom Wechselkurs der Krone (NOK) ab. Die entscheidende Einflussgröße auf Norwegens Währung ist das Rohöl, das wichtigste Ausfuhrgut des Landes. Der Anteil am Gesamtexport variiert je nach Preis zwischen 40 und 50 Prozent.



Im Zuge des Ölpreiseinbruchs wertete die Krone daher im Vergleich zur Gemeinschaftswährung deutlich ab. Im Februar 2016 mussten für einen Euro noch 9,66 NOK gezahlt werden. Mittlerweile hat sich die Devise erholt. Laut den Währungsexperten der Helaba ist die Krone jedoch weiterhin unterbewertet. Der Euro-Krone-Kurs sollte bis Jahresende wieder unter die Marke von 9,00 fallen. Anleger, die von Währungsgewinnen profitieren wollen, kaufen die bis 2021 laufende norwegische Staatsanleihe (siehe Kasten). Für den Bond spricht auch der deutliche Renditeaufschlag gegenüber der Bundesanleihe.


Scheichs machen Druck



Ob die Krone wieder stärker wird, das hängt auch vom Treffen der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) und anderer Förderstaaten am 7. und 8. August ab. Bislang haben einige Staaten die vereinbarten Produktionskürzungen nicht umgesetzt. Saudi-Arabien will das ändern. Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben inzwischen weitere Reduzierungen signalisiert.

Unterstützung erfährt die Krone auch durch eine sich belebende Wirtschaft. Norwegens Zentralbank, die Norges Bank, verbesserte jüngst ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,6 auf zwei Prozent. Eine weitere Zinssenkung, die den Außenwert der Krone schwächen würde, scheint daher wenig wahrscheinlich. Norwegens Leitzins liegt bei im europäischen Vergleich hohen 0,5 Prozent. Allerdings zeichnet sich auch ein Ende der geldpolitischen Lockerung so schnell nicht ab. Die erste Zinserhöhung wird nicht vor Ende 2018 erwartet. Die Übernachtungszahlen dürften dann wieder ein wenig zurückgehen.

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Bildquelle: 123RF, BÖRSE ONLINE

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