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CFDs: Raus aus der Schmuddelecke

CFDs: Raus aus der Schmuddelecke

WKN: 542800 ISIN: DE0005428007 comdirect bank AG

9,78 EUR
0,13 EUR 1,39 %
07.12.2016 - 12:17
28.11.2015 15:00:00

Der Contract for Difference ist ein effizientes und kostengünstiges Trading-Instrument. Gleichwohl sorgt der Sektor immer wieder für Negativschlagzeilen. Das möchte der CFD-Verband nun ändern. Von Wolfgang Hagl




Per Definition steht das Wort "Trading" für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren mit dem Ziel, kurzfristige Preisschwankungen erfolgreich abzugreifen. Wer sich schon einmal in dieses Terrain vorgewagt hat, weiß: Die praktische Umsetzung ist nicht so einfach. Am 20. und 21. November können sich Interessenten bei der "World of Trading" (WoT) ein Bild von der Vielfalt und Faszination der aktiven Jagd nach dem schnellen Börsenprofit machen. Auf der Messe in Frankfurt ist dann nicht nur die skizzierte Anlegerspezies geballt anzutreffen. Auch die CFD-Branche nutzt die Veranstaltung. Sei es als Broker oder Softwareanbieter -knapp jeder Zweite von insgesamt mehr als 50 Ausstellern hat einen direkten Bezug zum Contract for Difference.

Dessen Prinzip ist einfach: Mit einem solchen Kontrakt greifen Trader die Differenz zwischen dem Ein- und Ausstiegskurs ab. Dazu halten sie das jeweilige Wertpapier nicht direkt. Vielmehr veranschlagt der Broker eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Durch den in Relation zur Direktanlage geringen Einsatz entsteht ein Hebeleffekt. Beispiel DAX: Indem Anleger nur ein Prozent des jeweiligen Indexniveaus hinterlegen, können sie sich die heimische Benchmark komplett ins Depot holen. Bei einem DAX-Stand von 10 700 Punkten reichen also 107 Euro, um satte 10 700 Euro zu bewegen.

Angenommen, der Index erreicht die 11 000er-Marke, dann würde die Position einen Gewinn von rund 300 Euro zeigen. Manche Anbieter geben sich beim DAX mit einer Margin von 0,5 Prozent oder weniger zufrieden, was einen entsprechend stärkeren Hebel nach sich zieht. Natürlich können sich Trader mit einem Differenzkontrakt zunächst auch auf die Verkaufsseite stellen und auf fallende Notierungen spekulieren.

Hochspekulatives Instrument



Unabhängig vom jeweiligen Kalkül bestehen stattliche Risiken. Zurück zum Beispiel: Sollte der DAX nach einen CFD-Kauf bis 10 600 Zähler abtauchen, wäre die Margin nahezu weg. Sobald die Verluste die Sicherheitsleistung übertreffen, kann der Anbieter auf eine Nachschusspflicht pochen. Der Fachjargon spricht hier vom "Margin Call". Tätigt der Kontoinhaber keine Überweisung, hat der Broker das Recht, die Position glatt zu stellen - wobei der Anleger weiterhin für das Minus haftet. Zwar lässt sich die Gefahr über eine Vereinbarung zwischen Kunde und Broker begrenzen. Der CFD bleibt trotzdem ein hochspekulatives Instrument.

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Bildquelle: Istockphoto

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