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Die Pionierzeit ist vorbei

Die Pionierzeit ist vorbei
29.03.2014 10:00:00

Die Zahl der Anleger stagniert, die meisten von ihnen sind aber inzwischen erfahrene Trader. Das zeigt eine Studie der Steinbeis-Universität. Von Emmeran Eder

Contracts for Difference (CFD) haben sich als Anlageform in Deutschland etabliert. Das ergab eine Befragung des Research Center for Financial Services, das Teil der Steinbeis-Universität ist, bei den elf Mitgliedsfirmen des CFD-Verbands. Das stürmische Kundenwachstum, das 2011 mit einer Kontenzahl von 120 000 bei den Anbietern von Differenzkontrakten seinen Höhepunkt erreichte, hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Derzeit besitzen CFD-Trader knapp 100 000 Konten. Mit den hochspekulativen CFDs setzen Anleger mit hohen Hebeln auf steigende oder fallende Kurse von Indizes, Aktien, Rohstoffen, Bonds oder Devisen. Der Hebel entsteht dadurch, dass nur ein kleiner Teil des Kapitaleinsatzes als Sicherheitsleistung hinterlegt werden muss. Riesige Gewinne, aber auch hohe Verluste sind möglich. Trotz Skandalen halten Anleger dem Produkt offenbar die Treue. Das Handelsvolumen erreichte 2013 erstmals eine Billion Euro. Das entsprach 13 Prozent Zunahme von 2012 auf 2013. Seit 2006 verzehnfachte sich das Volumen. Sogar verfünfzehnfacht hat sich in diesem Zeitraum die Anzahl der Transaktionen. Sie beträgt nun 40 Millionen. Seit Ende 2010 gab es immer noch eine Verdopplung. Dabei wird im Mittel ein Volumen von 28 000 Euro bewegt. 2006 waren Trader noch wagemutiger. Damals waren 40 000 Euro die Regel. "In den Pionierzeiten überschätzten viele Trader ihr Können", mutmaßt René Diehl, Vorstandschef des CFD-Verbands. "Jetzt haben sie dazugelernt und gehen geringere Risiken ein." Das zeigt sich auch daran, dass vermehrt Absicherungsstrategien verwendet werden, um negativen Markttendenzen entgegenzuwirken. Eine Vielzahl an Orderzusätzen erlaubt es Marktteilnehmern, Risiken aktiv zu managen. Vom individuell einstellbaren Hebel über bedingte Orders bis hin zu sich dynamisch anpassenden Stopps - die technischen Möglichkeiten werden von den Tradern aktiv genutzt. Auch die Fülle an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die CFD-Anbieter offerieren, zeigt offenbar Wirkung. Das sind zum Beispiel Webinare, Onlinecoachings, Roadshows und Vorträge. "Das Gros der CFD-Anleger ist inzwischen gut informiert", sagt Sarah Brylewski, Vorstand im CFD-Verband. Das ändert aber nichts daran, dass weiterhin Daytrader das Bild bestimmen. Charakteristisch sind kurze Haltedauer und hohe Handelsaktivität.

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Bildquelle: Wolfgang Kriegbaum

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