Die meisten deutschen Sparer dürften auf Mario Draghi zurzeit nicht besonders gut zu sprechen sein. Schließlich macht der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) mit seiner ultralockeren Geldpolitik die Eurozone de facto zum zinsfreien Raum. Wer bereit ist, bei der Suche nach Rendite weiter zu denken als bis zu Sparbuch, Festgeld oder Terminkonto, findet rasch Alternativen. Eine gute Möglichkeit, freies Kapital sinnvoll anzulegen, bieten ETF-Sparpläne. Dabei investiert der Anleger Monat für Monat eine vorab fixierte Summe in einen bestimmten Indexfonds.

Im Vergleich zur sporadischen Bestückung eines Portfolios stellt der sogenannte Cost-Average-Effekt eine zentrale Stärke dieser Praxis dar. Da der Anlagebetrag fix ist, hängt die Zahl der regelmäßig gekauften Anteile vom jeweiligen Preis des ETF ab. Sind die Kurse niedrig, kommen relativ viele neue Stücke dazu. Dagegen können in Phasen hoher Notierungen für die gleiche Summe vergleichsweise wenige Anteile gekauft werden. Insofern verhält sich der Sparer antizyklisch und zahlt für seine ETF-Bestände einen Durchschnittspreis. Untersuchungen zeigen, dass dies langfristig betrachtet deutlich vorteilhafter sein kann als eine Einmalanlage. Außerdem entfällt die mühevolle Suche nach dem optimalen Einstiegszeitpunkt.

Die gewonnene Zeit können Anleger nutzen, um nach dem für sie attraktivsten Angebot Ausschau zu halten. Gerade die Onlinebroker buhlen seit einiger Zeit mit attraktiven Konditionen und unkomplizierten Ordertools um die Gunst der ETFSparer. Schließlich spielen die Kosten für den Erfolg eines solchen Plans eine wesentliche Rolle. Das gilt vor allem beim Einsatz von relativ kleinen Beträgen. Die Tabelle rechts zeigt, dass Comdirect und die Consorsbank bereits ab 25 Euro im Monat ETF-Sparpläne ermöglichen.

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Große Auswahl, geringe Gebühren

Beide Institute arbeiten mit einer Standardgebühr von anderthalb Prozent des Ordervolumens, wobei Comdirect die Kosten auf maximal 4,90 Euro je Transaktion begrenzt. Aktuell können die Kunden des führenden Brokers aus mehr als 200 sparplanfähigen Indexfonds wählen. Nach eigenen Angaben verbuchte die Comdirect in den vergangenen Jahren in diesem Geschäft kontinuierliche Zuwächse. "Der Anteil der ETF-Sparpläne an sämtlichen Fondssparplänen dehnte sich seit 2011 von rund 13 Prozent auf mehr als ein Viertel aus", erklärt Pressesprecherin Christiane Krämer. Besonders beliebt seien ETFs auf den DAX sowie auf andere große Indizes, wie etwa auf den MSCI World.

Volle Flexibilität

Die beiden Börsenindizes zählen auch zum Schnäppchenangebot der Marktführerin. Bei Sparplänen auf insgesamt 75 ETFs verzichtet Comdirect derzeit auf das Orderentgelt. Die DAB Bank offeriert sogar knapp 150 verschiedene Aktien-, Renten- und Rohstofffonds zum Nulltarif. Bei der Auswahl sind Anleger völlig frei. Das heißt, sie können einen Sparplan mit mehreren Produkten bestücken und quer durch die verschiedenen Anlageklassen diversifizieren. Weder die anfängliche Ausrichtung noch das Einzahlungsintervall sind in Stein gemeißelt. Steigt das freie Einkommen, kann die Sparrate jederzeit aufgestockt werden. Sollte dagegen die Kasse knapper werden, ist es ohne Weiteres möglich, die Raten zu senken respektive den Plan auszusetzen oder zu löschen.

Mittlerweile ist es sogar möglich, Vermögenswirksame Leistungen (VL) in börsengehandelte Indexfonds zu stecken. Allerdings hält sich das entsprechende Angebot noch in Grenzen. Gegen eine Gebühr von jährlich zwölf Euro bietet etwa Ebase ein entsprechendes Depot an. Kunden der Comdirect-Tochter haben die Wahl zwischen mehr als 80 VL-fähigen ETFs, wobei jeweils nur ein passiver Fonds bespart werden kann und ein Wechsel während der Vertragslaufzeit nicht möglich ist.

Fazit: Diese Sparformen sind vor allem für Anleger interessant, die sich beim Vermögensaufbau nicht mehr auf den klassischen Bankberater verlassen möchten. Mit ein wenig Zeit und Interesse für die Details können solche Selbstentscheider den zum eigenen Risikoprofil passenden Plan bestimmen. Der Aufwand sollte sich lohnen - schon allein wegen der Chance, Mario Draghi ein Schnippchen zu schlagen.

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