US-BÖRSEN

Wall Street auf Rekordniveau: Das sind die besten ETFs für US-Aktien

Wall Street auf Rekordniveau: Das sind die besten ETFs für US-Aktien
18.11.2016 07:12:00

Der Ausgang der US-Wahl hat viele geschockt und noch mehr überrascht. Frappierend war auch die Reaktion der US-Börse. Bis zum 8. November galt Trump als Börsenschreck. Doch seither zeigt sich die US-Börse trumporisch. Stellt die Marktmehrheit plötzlich politische Vorlieben über wirtschaftliche Erwägungen? Von Ulli Kühn



Felix Hermann, Investmentstratege bei Blackrock (iShares) hat eine andere Erklärung: "Anleger verteilen Vorschusslorbeeren und setzen ganz offensichtlich auf ein Reflationsszenario in den USA". Eine Präsidentschaft Trumps werde offenbar aus Sicht vieler Anleger zu mehr Inflation, zu mehr Wachstum und zu steigenden Unternehmensgewinnen führen.



Zugegeben: US-Aktien sind nicht billig, aber dafür zeigt sich die US-Wirtschaft schon heute ziemlich stark. Der aktuelle Aufschwung ist zwar nicht der größte Boom in der Geschichte, doch im Vergleich mit Wettbewerbern und Partnern stehen die Vereinigten Staaten heute ziemlich gut da. Amerikas Wirtschaft wächst schneller, die Staatsfinanzen sind solide und die Arbeitslosigkeit ist so gut wie beseitigt. Die Unternehmensgewinne steigen weiter, die Firmen sind profitabler und stehen in wichtigen Zukunftsbranchen wie Informations- oder Biotechnologie an der Weltspitze.


Künftig könnte der Motor noch flotter laufen - wenn die neue US-Regierung mit Steuersenkungen und Milliarden-Investitionen nachheizt. "Trumps Wahlkampfversprechen von deutlichen Steuersenkungen und höheren Militärausgaben deuten darauf hin, dass die Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren eine deutlich expansivere Fiskalpolitik verfolgen werden", sagt Larry Hatheway, Chefökonom der Fondsgesellschaft GAM. Das könnte nach seiner Einschätzung dem US-Wachstum einen deutlichen Schub verleihen.

Seit Jahren versucht die US-Notenbank mit weit geöffneten Geldschleusen die Inflation wieder auf Normalmaß zu bringen. Jetzt erhält die Fed plötzlich Unterstützung durch die Politik. Schon Trumps Wahlversprechen reichten, um die Inflationserwartungen zu heben. "Die Rückkehr von Inflation wird in einer Welt mit hohen Schulden äußerst positiv gesehen", erklärt Blackrock-Stratege Hermann. Positiv sei höhere Inflation aber auch für die US-Unternehmen. Die könnten bei allgemein steigenden Preisen ihre Kosten leichter über Preiserhöhungen weitergeben und hätten damit insgesamt auch Aussicht auf höhere Gewinnspannen. "Steigende Staatsausgaben, weniger Regulierung und weniger Steuern, wie von Trump geplant, sind zudem Argumente für sprudelnde Unternehmensgewinne", freut sich Hermann.

Bis Oktober waren Aktien bei den Anlegern weniger gefragt. Viel Geld floss dagegen in Anleihen, was etwa an den deutlichen Zuflüssen in Anleihen-ETFs sehr deutlich wird. Jetzt deutet sich eine Trendwende an. Nach der US-Wahl kamen vor allem die Kurse amerikanischer, japanischer und deutscher Staatsanleihen unter Druck. Die Welle könnte weiter laufen, denn unter Börsianern gilt inzwischen als abgemacht, dass die US-Zinsen steigen. Selbst ein steilerer US-Zinsanstiegspfad ist nach Auskunft Hermanns schon eingepreist. Steigende Renditen und anhaltende Kursverluste bei Anleihen - in solch einem Umfeld werden Aktien als Alternative immer attraktiver.

Manche Branchen könnten besonders kräftig profitieren. So hätte der Ausgang der Wahl hätte für Pharmaunternehmen nicht positiver ausfallen können. Der republikanische Sieg bedeutet nämlich wohl auch, dass die von Hillary Clinton angestrebte Begrenzung Medikamentenpreise vorerst vom Tisch ist. Zudem haben die kalifornischen Wähler eine umstrittene Initiative abgelehnt, die vorgesehen hätte, die Medikamentenpreise für kalifornische Staatsbetriebe zu senken. Für Anleger dürfte das eine Einstiegsgelegenheit sein. Der Sektor handelt derzeit mit einem Abschlag von rund zehn Prozent zum Gesamtmarkt. Das ist die höchste Differenz der vergangenen fünf Jahre. Auch Biotech-Firmen werden zu rekordtiefen Bewertungen gehandelt. Jetzt könnte auch diese Branche neu bewertet werden und es könnten einige Firmenübernahmen anstehen.

Gut sind die Aussichten auch für die Ölbranche, ein Sektor, in dem viele Aktien inzwischen ebenfalls niedrig bewertet sind. Unter dem noch amtierenden Präsidenten Barrack Obama wurde die Branche mit immer mehr Vorschriften und Regulierungen konfrontiert, berichten Branchenkenner, wie Harold Hamm, Chef des Schiefergasproduzenten Continental Resources. Jetzt hoffen die Unternehmer, dass die neue US-Regierung die Uhr wieder zurückdreht. ExxonMobil, der weltgrößte Ölkonzern, erklärte bereits unmittelbar nach der Wahl, dass man gedenke, mit der Trump-Regierung "konstruktiv" zusammenzuarbeiten.

Sogar für die Finanzbranche gibt es wieder Hoffnung. Banken und Investmentgesellschaften spekulieren, dass zahlreiche Regularien der letzten Jahre wieder abgeschafft werden. Im Wahlkampf hatte Trump deutlich gemacht, dass er den Dodd-Frank-Act aufweichen will, der nach der Finanzkrise zur Zähmung der Banken eingeführt wurde. Auch die sogenannte fiduciary rule will Trump kippen. Durch diese Regelung werden Finanzberater verpflichtet, im "besten Interesse" ihrer Kunden zu agieren. Traditionelle Fondsanbieter befürchten deshalb, dass immer mehr Anlegergelder in preiswerte ETFs anstatt in teure aktive Fonds wandern. Künftig könnte diese Bedrohung weniger dramatisch ausfallen.

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Bildquelle: Keith Bedford/Reuters

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