Anleihen-Kenner wissen: Mit Hochzinsanleihen läßt sich gutes Geld verdienen. Das hat zwei Gründe.

Erstens: Von Haus aus bringen diese Unternehmens-Schuldscheine schon einmal höhere Zinsen als Bundesanleihen oder Unternehmensanleihen hoher Bonität. Die höhere Rendite ist der Hochzins-Anleihen der Ausgleich für ihr höheres Ausfallrisiko, das direkt an den niedrigere Bonitäts-Noten der Anleihen erkennbar ist.

Derzeit liegt die Rendite europäischer Hochzinsanleihen bei rund vier Prozent. Im Vergleich zur Durchschnittsrendite von Bundesanleihen sind vier Prozent ein Hammer. Die Umlaufrendite der deutschen Anleihen liegt derzeit bei mageren 0,25 Prozent.

Zweitens: Zur höheren Rendite können sich bei Hochzinsanleihen noch ordentliche Kursgewinne hinzugesellen. Die entstehen, wenn die allgemeinen Zinsen sinken, sich die Bonität der Anleihenemittenten verbessert oder wenn Anleger einfach deshalb verstärkt in die Risikopapiere investieren, weil sie in der aktuellen Zins-Wüste noch akzeptable Erträge bringen.

Vor allem die beiden letztgenannten Gründe sollten dafür sorgen, dass die Kurse der Hochzinsanleihen auch künftig anziehen. Immer mehr Anleger investieren in diese Papiere. Das zeigen die Mittelzuflüsse bei ETFs. Zudem verbessern sich die wirtschaftlichen Perspektiven im Euroraum. Das sollte sich auch positiv auf die Bonität der Hochzins-Anleihen bzw. der emittierenden Unternehmen auswirken.

Die Deutsche AWM, die Fondstochter der Deutschen Bank, hat jetzt zwei neue ETFs für europäische Risikoanleihen an der Deutschen Börse gelistet: Den weltweit ersten ETF für europäische Hochzins-Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten zwischen 1 bis 3 Jahren. Sowie einen ETF für europäische Hochzinsanleihen mit allen Laufzeiten.

Auf Seite 2: ETF Nummer eins



Der neue ETF mit den kürzeren Laufzeiten, der db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF (ISIN: LU1109939865) enthält knapp 100 Risiko-Anleihen, die auf Euro lauten und von Unternehmen aus 19 Ländern ausgegeben wurden. Darunter sind also auch Gesellschaften die nicht in der Eurozone ihren Sitz haben, vornehmlich Unternehmen aus Großbritannien.

Die Endfälligkeitsrendite der im unterliegenden Markit iBoxx Liquid EUR High Yield 1-3-Index enthaltenen Anleihen beträgt nach Angaben der Fondsgesellschaft aktuell ordentliche 3,84 Prozent. 85 Prozent der enthaltenen Anleihen haben ein Rating von BB, die restlichen können fast alle ein B vorweisen.

Im vergangenen Jahr hätten Anleger mit diesem ETF 6,7 Prozent verdient. So viel stieg der zugrunde liegende Index. 2013 brachte er sogar einen Spitzengewinn von 15,5 Prozent.

Auf Seite 3: ETF Nummer zwei



Noch besser lief es bei dem zweiten neuen Hochzins-Anleihen-ETF der Deutschen AWM, dem db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond UCITS ETF (ISIN: LU1109942653). Der zugrunde liegende Index kletterte im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent, 2013 sogar um 16,3 Prozent.

Die Endfälligkeitsrendite der Anleihen in diesem ETF beläuft sich aktuell auf 3,97 Prozent. Der Index umfasst mehr als 400 Euro-Hochzinsanleihen aus 31 Ländern, von denen gut 70 Prozent ein BB-Rating aufweisen. Die restlichen Papiere sind ganz überwiegend mit B benotet. Obwohl dieser ETF Anleihen aller Laufzeiten abbildet ist auch seine Zinsempfindlichkeit nicht allzu hoch. Die Duration beträgt 2,9. Die Kosten der beiden ETFs sind vergleichsweise niedrig. Pro Jahr werden 0,35 Prozent der Anlagesumme fällig. Zinsen werden nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert. Die Indexabbildung erfolgt synthetisch mit Wertpapier-Swaps.

Auf Seite 4: Die ETFs im Detail



db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF

ISIN: LU1109939865

Gesamtkostenquote: 0,35 %

Ertragsverwendung: thesaurierend

Indexabbildung: synthetisch



db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond UCITS ETF

ISIN: LU1109942653

Gesamtkostenquote: 0,35 Prozent

Ertragsverwendung: thesaurierend

Indexabbildung: synthetisch