Fondsmanager

Armin Zinser war nach seinem Studium der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften beziehungsweise seiner Ausbildung an der Insead mehr als 35 Jahre im Bankensektor tätig. Unter anderem für die LBBW, die Banque Colbert, die CPR Gruppe, die OECD, bei der er für die Pensionsfondsverwaltung zuständig war. Danach war er bei Axa IM sowie der Bank Leonardo in Paris. Dort betreute er als Fondsmanager und Stratege verschiedene Aktienportfolios. Heute managt Armin Zinser neben dem Aktienportfolio der Lebensversicherung zwei Fonds der Société de Gestion Prévoir - den Prévoir Gestion Actions und Prévoir Perspectives.

Anlagestrategie

Zinser hält überhaupt nichts davon, in Schubladen zu denken. Ob er nun eher ein Growthoder Value-Manager ist, darüber macht er sich gar keine Gedanken. "Manche Leute lesen die Bücher über Warren Buffett und sagen dann, sie seien Value-Manager. So etwas halte ich für Quatsch. Meine Ideologie ist es, keine Ideologie zu haben", sagt Zinser. Er kauft einfach bevorzugt Titel, die qualitatives Wachstum bieten. "Daher investiere ich immer pragmatisch und passe mich wie ein Chamäleon an die Welt an", sagt der Schwabe, der seit 30 Jahren in Paris lebt. Dabei konzentriert er sich auf das reine Stock-Picking. Index- oder Branchengewichtungen spielen für ihn keine Rolle. Die einzige Reglementierung, der er unterliegt, ist dem französischen Investmentrecht geschuldet. Demnach müssen Europa-Fonds, in die Frankreichs Versicherungsgesellschaften investieren, mindestens 90 Prozent des Geldes im Euroraum anlegen. Darüber ist Zinser etwas traurig. "Ich habe einmal ausgerechnet, dass wir mit einem gesamteuropäischen Fonds pro Jahr etwa ein bis zwei Prozentpunkte Zusatzperformance erzielen könnten bei gleichzeitig reduzierter Volatlität", sagt der Experte.

Auf Seite 2: Qualitativer und Quantitativer Filter



Bei der Auswahl der Aktien für den Fonds setzt Zinser auf einen qualitativen und einen quantitativen Filter. Er mag vor allem Familienunternehmen, die nicht so leicht zu imitierende Geschäftsmodelle haben, stark wachsen und möglichst auch exportorientiert sind. Zudem sollen sie möglichst wenig Schulden, hohe Cashflows und eine nachhaltige Dividendenpolitik verfolgen. Dies sind nur einige Kriterien, die Zinser von den Unternehmen fordert. Aus allen europäischen Aktien filtert der Experte allmonatlich etwa 300 Aktien heraus, die grundsätzlich interessant sind. Aber nur 60 davon kommen ins Portfolio. Derzeit sind dies etwa Drillisch, Henkel, Symrise oder Safran. Auffällig ist, dass er so gut wie keine Banken und Versicherer hat und zu gut 50 Prozent in Deutschland investiert ist. "Hier finde ich einfach die exportorientierten Titel mit der besten Qualität. In Südeuropa oder auch teilweise in Frankreich sind die Unternehmen oft zu staatslastig, entweder mit dem Staat als Aktionär, größtem Kunden oder auch durch Subventionen, und es werden somit kaum die Interessen der Aktionäre verfolgt", betont Zinser. Diszipliniert ist er auch auf der Verkaufsseite. "Wie versuchen rechtzeitig die Verluste zu begrenzen. Ab einem Minus von zehn Prozent schauen wir ganz genau nach den Gründen für das schlechte Abschneiden und dann entscheiden wir, ob es ratsam ist, auszusteigen. Wir setzen aber keine Stop-Loss-Kurse."

Fazit

Der Prévoir Gestion Actions Euro ist zwar in Deutschland unbekannt. Jedoch ist die Performance top und Zinser hat viel Erfahrung, den Fonds auch durch stürmische Gewässer zu lenken. Er ist eine gute Alternative zu den bekannten Europa-Fonds.

jk

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