Die Ausgangslage



Die Amerikaner fürchten sich vor Deflation, die Deutschen vor Inflation, sagt man. In den vergangenen Jahren konnten Deutschlands Bürger jedoch ruhig schlafen. Die Inflation verharrte deutlich unter zwei Prozent. Eher schon war Deflation ein Thema. Das ändert sich nun.

Die Preise ziehen hierzulande wieder an. Ebenso in den USA. Der Grund scheint auf der Hand zu liegen. Anfang 2016 notierte der Ölpreis sehr niedrig, nun wieder höher. Zeitversetzt entsteht so ein Basiseffekt, der aber bald wieder auslaufen könnte.

Viele Fachleute glauben jedoch, dass die Inflation auf dem Weg nach oben ist. "Das würden wir auch unterschreiben", sagt der österreichische Fondsmanager Thomas Bichler, der im Multi-Asset-Strategies-Team von Raiffeisen Capital Management arbeitet. Mit Inflationsraten von deutlich über fünf Prozent in den nächsten Jahren, wie der deutsche Vermögensverwalter Peter E. Huber sie jüngst apostrophierte, rechnet Bichler allerdings nicht.

Die Lösung für Anleger



Auch wenn die Inflation nur moderat steigen sollte, bleibt der reale Vermögenserhalt für viele Menschen relevant. "Anleger sollten eine Versicherung kaufen, bevor das Haus brennt", sagt Bichler, der mit dem Raiffeisen-Inflation Shield einen entsprechenden Fonds managt. "Dort suchen wir nach Anlageklassen, die eine positive Korrelation zu den Inflationserwartungen aufweisen und die bei Inflation zuverlässig steigen", sagt er. Bichler investiert zu über 80 Prozent in inflationsgeschützte Anleihen, bei denen er das Zinsänderungsrisiko absichert. "Auf diese Weise setzen wir ausschließlich auf die Inflationserwartungen", sagt er. Dazu mischt er in dosierter Form rohstofflastige Aktien und Rohstoffe aus den Bereichen Energie sowie Edel- und Industriemetalle. "Hätten Aktien oder Rohstoffe im Portfolio ein höheres Gewicht von beispielsweise 25 Prozent, würden sie das Risiko des Fonds dominieren", sagt Bichler. Zudem würden Aktien bei Inflation auf kurze Sicht nicht zuverlässig steigen, betont er, auch wenn sie langfristig eine Prämie auf das eingegangene Risiko zahlten. Bei Gold, das er innerhalb der Rohstoffquote beimischt, sei es ähnlich. "Kurzfristig bietet Gold keinen guten Inflationsschutz, langfristig schon".

Auf Immobilien verzichtet Bichler, da viele Anleger diese Anlageklasse bereits über eine eigene Immobilie abdecken würden. "Zudem bevorzugen wir täglich handelbare Anlagen", erklärt er. Zwar treffe dies auf REITs zu, doch sei deren Korrelation zu steigenden Inflationsraten nicht per se positiv. In den Jahren 2011 bis 2015 konnte der Raiffeisen-Inflation Shield aufgrund der tiefen Inflationserwartungen nicht zulegen. "Wäre der Kurs gestiegen, hätte der Fonds nicht das gemacht, was wir versprochen haben", erläutert Bichler. Seit Anfang 2016 steigt der Kurs des Raffeisen-Fonds aber stetig an.