Garantiezins bleibt - vorerst
· Börse Online Redaktion
Allerdings bröckelt die Phalanx. So hatte der HDI unlängst bekannt gegeben, der Verkauf von Garantieprodukten werde spätestens ab Ende 2016 fast komplett beendet. Diese Entscheidung gilt für den kompletten Talanx-Konzern, zu dem der HDI gehört. Zuvor hatte der Generali-Konzern - zu dessen Tochterfirmen zählen Generali Deutschland und AachenMünchener - ebenfalls einen solchen weitgehenden Ausstieg angekündigt. Zurich Deutscher Herold bietet schon seit einigen Jahren keine eigenen Produkte mit Garantiezins mehr an.
Wie die Umfrage weiter ergab, denkt zumindest ein Versicherer aus der zweiten Reihe über einen Ausstieg nach. "Wir prüfen das derzeit ergebnisoffen", sagte eine Sprecherin der Gothaer. Eine Entscheidung solle Ende des Jahres fallen. Die Gothaer liegt, gemessen an den Prämieneinnahmen im vergangenen Jahr, auf Platz 18 der etwa 90 Lebensversicherer in Deutschland. Bei Bilanzvorlage im Juni hatte Michael Kurtenbach, Chef der Gothaer Lebensversicherung, laut Medienberichten lediglich von einer Verringerung des Geschäfts mit Garantieprodukten gesprochen.
Hintergrund dieser Tendenzen ist, dass ab Anfang 2016 neue Eigenkapitalregeln namens Solvency II gelten. Die Branche muss deshalb viel Geld für Garantien zurücklegen, die für die komplette Laufzeit der Verträge gelten. Zudem schrumpft die Nachfrage nach klassischen Lebensversicherungen, vor allem wegen sinkender Überschussbeteiligungen - also dem, was über den Garantiezins hinaus bezahlt wird. Um die Garantien bedienen zu können, sind die Kundengelder, die im sogenannten Sicherungsvermögen stecken, zumeist in Anleihen investiert. Deren Renditen gehen angesichts der weltweiten Niedrigzinsen immer weiter nach unten.
Die meisten mittelgroßen und kleinen Versicherer, die an der Umfrage teilgenommen hatten, bekennen sich zu den klassischen Produkten, namentlich Alte Leipziger, Die Bayerische, Iduna, Provinzial Nordwest, Provinzial Rheinland, SV Sparkassenversicherung, Swiss Life und Württembergische. "Garantien sind wichtig für Menschen, die Planbarkeit und Sicherheit suchen -und das gilt für die meisten unserer Kunden", sagt ein Sprecher des Branchenzweiten R +V, der zu den Volks- und Raiffeisenbanken gehört. Bei Swiss Life heißt es, man bleibe bei klassischen Policen "als bewährtem Instrument - auch für den Fall, dass sich die Zinsmärkte wieder normalisieren".
Gleichwohl setzen die meisten befragten Firmen verstärkt auf neuartige Policen, die weniger Sicherheit, aber mehr Renditechancen bieten. Diese Produkte nutzen zumeist weiterhin das Sicherungsvermögen, doch können die Überschüsse teilweise oder komplett in Aktien fließen. Viele dieser Produkte verwenden dafür Aktienindizes, weshalb sie Indexpolicen genannt werden. So will der HDI sein Indexprodukt "Two Trust Selekt" forcieren.
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