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Intelligente Sprachassistenten für Anleger: Die Chancen, die Risiken

Intelligente Sprachassistenten für Anleger: Die Chancen, die Risiken

WKN: 906866 ISIN: US0231351067 Amazon

959,18 EUR
-3,85 EUR -0,40 %
20.11.2017 - 17:07
27.08.2017 04:40:00

Virtuelle Assistenten: Tippen war gestern - heutzutage spricht man in eine Box. Auch einige Banken stellen sich auf diesen Trend ein und haben erste Anwendungen im Angebot. Von Brigitte Watermann



Ach, wie schön wäre es, einen Butler zu haben, der einem jeden Wunsch erfüllt. Amazon und Google kommen dem zumindest teilweise nach. Jeden Wunsch von den Augen ablesen können ihre Geräte zwar nicht, aber ihre "Ohren" haben sie dank sieben eingebauter Mikrofone überall: "… hört Sie dank der Fernfeld-Spracherkennung auch von der anderen Seite des Raumes, sogar in lauter Umgebung oder wenn Musik läuft", schreibt Amazon zu seiner Sprachbox namens Echo. Was unser Leben einfach machen soll, finden Datenschützer ziemlich beunruhigend (siehe Seite 2)



Amazon ist auf diesem Gebiet Pionier und Marktführer. Das Produkt Echo kam in Deutschland 2016 auf den Markt; das Wettbewerbergerät Google home gibt es hier erst seit Kurzem. Über die Geräte kann man sich nicht nur das Wetter ansagen lassen, sondern auch beispielsweise Börseninfos abfragen. Möglich machen das sogenannte "Alexa Skills", über die man seine Echo-Box mit speziellen Fähigkeiten ausstatten kann. Amazon bietet einen eigenen Marktplatz für Skills, die von Drittanbietern erstellt werden können und dann das Spracherkennungssystem von Amazon nutzen.


Im Bereich Wirtschaft und Finanzen gibt es bislang 65 Skills. Als erste Bank in Deutschland ist im Mai dieses Jahres die Comdirect mit einem Alexa Skill gestartet. "Wir glauben, dass die Spracheingabe die gesamte Nutzerinteraktion auch mit unserer Website ändern und revolutionieren kann", sagt Christian Wendrock-Prechtl von Comdirect. Seither können Nutzer mehr als 10 000 Aktienkurse weltweit abfragen, und zwar in Echtzeit. Seit Neuestem kann man sich über den Comdirect-Skill auch den Stand von Indizes, Rohstoffen und Währungspaaren ansagen lassen, ebenso News zu börsennotierten Aktiengesellschaften.

Wer WKN oder ISIN weiß, kann sich Realtime-Kurse von Derivaten, Fonds, ETFs und natürlich von seinen Favoritenaktien vorlesen lassen. "Wir ermöglichen den Anwendern innerhalb kürzester Zeit einen guten Überblick über die aktuelle Marktsituation", sagt Wendrock-Prechtl stolz.

Während man sich in den USA schon seinen Kontostand ansagen lassen kann, ist das bei uns noch Zukunftsmusik, ebenso Befehle wie "Überweise 100 Euro an Tante Irmgard". "Überweisungen aus dem Kreis vorher definierter Favoriten sind ein spannender Anwendungsfall, über den wir auf jeden Fall nachdenken", erklärt Wendrock-Prechtl.

Aber solange die Frage nach dem Datenschutz nicht geklärt ist, bleibe man dabei, mit neutralen Daten wie eben Wertpapierkursen zu operieren. Einziger Wettbewerber der Commerzbank-Tochter aus dem Bankenbereich ist bislang die Volksbank in der Ortenau. Auch Consorsbank und Deutsche Bank planen Alexa-Skills, andere halten sich hingegen noch bedeckt.

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Bildquelle: 123RF

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