VERSICHERUNGEN

Mit Policenbeiträgen jonglieren

Mit Policenbeiträgen jonglieren
26.02.2017 07:00:00

Gezahlte Prämien sind oft als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Wie Versicherte Ausgaben optimal deklarieren und Steuerfallen bei Auszahlungen umgehen. Von Stefan Rullkötter

Die ersten Monate des Jahres sind für Versicherte teuer - für viele Policen flattern die Beitragsrechnungen ins Haus. Ein Lichtblick: Die Ausgaben der Versicherungsnehmer sind im Jargon des Gesetzgebers "Lebensführungskosten, die unvermeidbar die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern" - und damit in der Regel als steuermindernde Sonderausgaben abziehbar.

Grundsätzlich abzugsfähig sind die Beiträge zur Basisversorgung. Dazu gehören die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und Rürup-Verträge. Für das abgelaufene Veranlagungsjahr 2016 können ledige Versicherte maximal 22.767 Euro ihrer selbst getragenen Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen, zusammen veranlagte Partner den doppelten Betrag (45.534 Euro).

Davon berücksichtigt der Fiskus für das Steuerjahr 2016 jedoch lediglich 82 Prozent. Erst im Jahr 2025 - nach neun weiteren Steigerungen um jeweils zwei Prozentpunkte - sind diese Basisvorsorgebeiträge bis zur Höchstgrenze komplett absetzbar. Bei Riester-Verträgen sind Jahresbeiträge derzeit nur bis zur Höhe von 2100 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig.

Daneben sind Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen als Vorsorgeaufwendungen abzugsfähig. Ledige Arbeitnehmer und Beamte (maximal 1900 Euro) und Selbstständige (höchstens 2800 Euro) können hier allerdings vergleichsweise wenig absetzen. Entsprechend gering ist der Steuerentlastungseffekt. Mit Beiträgen zur Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung wird zudem der absetzbare Höchstbetrag oft schon erreicht.

Ebenso abziehbar sind Ausgaben für Kranken- und Pflegezusatz- (inklusive Tagesgeldpolicen) sowie Unfallversicherungen für die Freizeit und Sterbegeldversicherungen. Letztere jedoch nur, wenn die Leistungen erst im Todesfall fällig werden.

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