ANLEGERSCHUTZ

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WKN: 500970 ISIN: DE0005009708 Ahlers AG

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19.01.2018 - 07:06
12.11.2017 09:40:00

Das Beratungsprotokoll wird abgelöst, die Telefonaufzeichnung von Wertpapierberatungen kommt. Ab 2018 gilt ein neues EU-Wertpapierrecht. Von Brigitte Watermann

Sie wollen Ihrem Bankberater am Telefon von Ihrer neuesten Anlageidee erzählen. Doch der stoppt Sie mit dem Hinweis, er werde das Gespräch nun mitschneiden. Klingt komisch? Ab dem 3. Januar 2018 wird das Realität. Dann greift die jahrelang verhandelte EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) - die Wertpapiergeschäfte in der EU neu regelt.

MiFID bringt etliche neue Spiel-regeln mit sich und soll den Anlegerschutz verbessern. Zu den Neuerungen zählt, dass jedes Kundentelefonat mit einem Berater, das zu einer Wertpapierorder führen könnte, aufzuzeichnen ist. Dadurch soll vor Gericht leichter nachweisbar sein, dass in dem Beratungsgespräch auch ausreichend über die Risiken der empfohlenen Geldanlage gesprochen wurde. Möchte ein Kunde das nicht, muss er sich in der Filiale beraten lassen. Der Mitschnitt ist mehrere Jahre aufzu-bewahren - "unglaublich aufwendig", sagt Arne Hertel, Leiter des Kapitalmarktrechts beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Eine Menge Papierkram



In dicken Briefen werden die Banken und Sparkassen vor dem Jahreswechsel ihre Kunden über die Details informieren. Eine weitere zentrale Neuerung ist die neue Geeignetheitserklärung. Sie löst das bereits 2010 in Deutschland eingeführte Beratungsprotokoll ab und wird den Kunden nach jedem Beratungsgespräch ausgehändigt. "Eine Beratung wird nicht durch eine Protokollierung gut", gibt Christian Ahlers, Finanzmarktexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), zu bedenken. "Der Kunde bekommt mehr Papier als früher, doch der Nutzen ist zweifelhaft. Besser wäre es gewesen, den gordischen Knoten der Provisionsberatung zu zerschlagen und ein echtes Provisionsverbot einzuführen."

Zwar glauben Experten wie Hertel, dass "die Kunden einen großen Wiedererkennungseffekt haben, wenn sie die alten Beratungsprotokolle mit der neuen Geeignetheitserklärung vergleichen". Aber es gibt wichtige Unterschiede: Die neue Erklärung "stellt stärker auf das Ergebnis des Beratungsprozesses ab als das bisherige Beratungsprotokoll", erklärt Verbraucherschützer Ahlers.

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Bildquelle: iStockphoto

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