Am ersten Pilotprojekt nehmen einige Mitarbeiter der HypoVereinsbank als Käufer und der Online-Shop D-Living teil. Die erste abgewickelte Transaktion am Montag um 10.46 Uhr war der Erwerb einer Dartscheibe. Bis Ende des Jahres sollen zahlreiche Händler, Privatbanken und Volks- und Raiffeisenbanken angebunden werden. Auf einen genauen Starttermin wollte sich Paydirekt nicht festlegen. Der Genossenschaftsverband BVR hatte zuletzt von November gesprochen. Bei vielen Sparkassen, die sich erst im Frühjahr für eine Beteiligung an den Projekt entschlossen, wird sich die Anbindung allerdings bis nächstes Jahr hinauszögern. Mehrere Händler, Banker und Experten hatten dies als "Stotterstart" kritisiert.

Wißmann und sein Geschäftsführer-Kollege Niklas Bartelt sehen das langsame Hochfahren dagegen positiv. Die Reaktionen der ersten Kunden seien wichtig, um Schwächen abzustellen und bis Ende des Jahres einen stabilen und einfachen Online-Bezahldienst anbieten zu können. Mittelfristig sollen 50 Millionen deutsche Girokonten angeschlossen werden. Paydirekt ist mit ihnen im Gegensatz zu PayPal direkt verbunden. Die meisten Online-Käufe können Kunden freigeben, in dem sie einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben. "Wir haben den Fokus auf Einfachheit und Bequemlichkeit gelegt", sagte Bartelt. Er wirbt zudem damit, dass PayPal die Transaktionsdaten im Gegensatz zu anderen Online-Bezahldiensten nicht weiterverkauft.

Mit dem Angebot wollen die deutschen Banken der ehemaligen Ebay -Tochter PayPal Kunden abjagen. Paydirekt gehört den Geldhäusern und wird von ihnen bezahlt. Die Gebühren, die Händler bei Käufen über Paydirekt bezahlen müssen, müssten sie mit den einzelnen Banken aushandeln, sagte Bartelt. Das sei eine zentrale Forderung der Wettbewerbshüter gewesen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Paydirekt billiger sein wird als PayPal, um möglichst viele Händler für sich zu gewinnen.

Reuters