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Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück

Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück

WKN: 546160 ISIN: DE0005461602 OnVista AG

01.09.2017 05:19:00

Wer in ausländische Aktien investiert, bekommt meist ein Problem, wenn Dividenden ausbezahlt werden. Denn selten fließen Erträge aus Auslandsaktien sofort in voller Höhe aufs Konto - der Auslandsfiskus knapst oft Quellensteuer ab. So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück. Von Michael Schreiber und Brigitte Watermann

Leidensfähig müssen Zinssparer in dieser Zeit der Nullzinsen sein. Besser noch, sie denken um: Das empfiehlt übrigens ausgerechnet auch Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank. In der "Bild" gab der Vielgescholtene Anlagetipps für entnervte deutsche Anleger: "Die Sparer haben es mit ihren Anlage-entscheidungen auch selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen, auch in Zeiten niedriger Zinsen."

Zumindest in diesem Punkt hat der Top-Banker der EU eindeutig recht. An ertragsstarken Aktien führt kein Weg mehr vorbei, Dividenden sind die neuen Zinsen. Und da heißt es, auch ausländische Dividendenperlen zu berücksichtigen, die bis zu acht Prozent in Aussicht stellen. Damit die versprochene Rendite aber wirklich auf dem Konto landet, muss man sich mit den steuerlichen Spielregeln beschäftigen. Zunächst gelten die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland sind mit allen weltweit erzielten Kursgewinnen und Dividendenerträgen hierzulande steuerpflichtig. Hält man die Titel in einem Depot bei einer deutschen Bank, kümmert diese sich um den fälligen Abzug der Abgeltungsteuer; bei Auslandsdepots muss man dagegen die Erträge eigenständig in der jährlichen Steuererklärung nachmelden.

Steuerfrei bleiben Kapitalerträge und Kursgewinne in Höhe eines Sparer-pauschbetrags von 801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Verheiratete. Hat man seiner inländischen Bank einen Freistellungs-auftrag erteilt, behält die Bank bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags keine deutschen Steuern ein. Bei darüber hinausgehenden Erträgen werden 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer fällig.

Wer in Auslandsaktien investiert, sollte die Besonderheiten des jeweiligen Landes kennen. Denn der Fiskus des ausschüttenden Unternehmens behält oft direkt eine Quellensteuer vom ausländischen Dividendenempfänger ein, ihm werden nur die verbleibenden Nettoerträge gutgeschrieben. Wehren kann man sich dagegen zunächst nicht - ein deutscher Freistellungsauftrag greift hier nicht.

Auf Seite 2: Besondere Auslandsspielregeln



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