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Welche Banken Strafzinsen verlangen

Welche Banken Strafzinsen verlangen
03.07.2017 13:00:00

Doppelt bestraft: Inzwischen kassieren 13 Banken Strafzinsen. Doch auch ohne Negativzinsen verlieren Bankkunden bares Geld. Zinsvermittler bieten Auswege, aber nicht ohne Aufwand. Von S. Gröneweg und M. Hinterberger



Der Sparer-Frust wächst. Als erstes deutsches Geldhaus drohte die Volksbank Reutlingen mit Negativzinsen für Sparer. Die Empörung war groß. Nach schlechter Presse und einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ruderte die Bank zurück: Wie andere Banken, führe man mit einigen vermögenden Kunden Gespräche über die Einführung von Verwahrentgelten für hohe Einlagenwerte über 500 000 Euro. Der Preisaushang mit dem Negativzins war zum Redaktionsschluss noch immer online zu finden. Stein des Anstoßes war eine Übersicht von Verivox. Das Vergleichsportal hatte die Preisverzeichnisse von Banken und Sparkassen untersucht und eine Übersicht zu Negativzinsen erstellt. Auf diese Weise kamen 13 Banken zusammen (siehe Tabelle).





Das Hauptargument der Geldhäuser, die Gebühren fürs Geldanlegen verlangen: Auch die Europäische Zentralbank (EZB) bittet die Institute mit einem Zins von 0,4 Prozent zur Kasse, wenn sie dort Geld parken. Da sei es nur recht und billig, auch von Kunden, zumindest von solchen, die hohe Beträge auf Sparbüchern, Girokonten oder Tagesgeldkonten anlegen, Gebühren zu verlangen. Dabei sind Sparer auch ohne zusätzliche Gebühren gebeutelt genug. Die durchschnittlichen Zinsen auf Tagesgeld etwa liegen mit einigen kurzen Unterbrechungen seit Jahren unterhalb der Inflationsrate. Derzeit braucht es mindestens einen Zins von 1,5 Prozent, um den Wert des Geldes zu erhalten. Doch mit Tagesgeld sind solche Zinsen nicht erreichbar. Das höchste der Gefühle sind derzeit 1,0 Prozent der Advanzia Bank. Mehr gibt’s aktuell nicht - auch bei Festgeldofferten, ganz gleich ob mit deutscher oder europäischer Einlagensicherung. Selbst wer sich auf fünf Jahre bindet, verliert unterm Strich Geld.


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