KONJUNKTUR

Arbeitslosigkeit 2017 auf tiefstem Stand seit Wiedervereinigung

Arbeitslosigkeit 2017 auf tiefstem Stand seit Wiedervereinigung
03.01.2018 09:55:47

Der Boom der deutschen Wirtschaft drückt die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. 2017 waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) durchschnittlich 2,533 Millionen Frauen und Männer ohne Job registriert. Das seien 158.000 weniger als 2016, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Quote sank auf 5,7 Prozent von 6,1 Prozent.

"Der Arbeitsmarkt hat sich 2017 sehr gut entwickelt", sagte BA-Chef Detlef Scheele zum vierten Rückgang in Folge. "Dabei hat er nicht zuletzt von einem breit angelegten Konjunkturaufschwung profitiert." 2018 erwarte er einen weiteren Abbau der Erwerbslosigkeit.

Im Dezember hielt der positive Trend insgesamt an. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen nahm die Erwerbslosenzahl im letzten Monat des Jahres um 29.000 ab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier lediglich einen Rückgang von 12.000 erwartet. Im Dezember waren 761.000 offene Stellen bei der BA gemeldet, 103.000 mehr als vor einem Jahr. Hinter der sinkenden Arbeitslosigkeit steckt der Aufschwung der deutschen Wirtschaft, die acht Jahre in Folge gewachsen ist. Getragen wird er derzeit von steigenden Konsumausgaben, florierenden Exporten, einem Bauboom und höheren Investitionen.

"NEUE REKORDE ZU ERWARTEN"



Den meisten Experten zufolge wird der Jobboom bis mindestens 2019 anhalten. "Ich sehe derzeit keine Anzeichen, dass das schwungvolle Wachstum der deutschen Wirtschaft sobald abbrechen wird", sagte der Chefvolkswirt der Förderbank KfW, Jörg Zeuner. "Das lässt für 2018 neue Beschäftigungsrekorde erwarten." Die Zahl der Arbeitslosen dürfte um 200.000 sinken. Hartnäckig hoch bleibt allerdings die Zahl der Langzeitarbeitslosen, auch wenn diese seit einigen Monaten unter einer Million liege, sagte BA-Chef Scheele. Es wäre schön, wenn sie im neuen Jahr unter 900.000 gedrückt werden könnte.

Steigende Beitragseinnahmen und sinkende Kosten für die Arbeitslosigkeit machen sich positiv in den Kassen der Bundesagentur bemerkbar. 2017 dürfte der Haushalt einen Überschuss von etwa 5,5 Milliarden Euro aufweisen. Der Jahresabschluss ist für 10. Januar geplant. Für dieses Jahr wird ein Plus von etwa 2,5 Milliarden Euro angepeilt. In der Union werden deshalb die Rufe nach einer Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung lauter.

rtr

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