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15.02.2016 12:12:00

Konjunktur

Chinas Handel bricht ein - Japans Wirtschaft schrumpft


Sorgen vor einer Dauerkrise der Weltwirtschaft erhalten durch die Schwäche der beiden größten asiatischen Volkswirtschaften neue Nahrung. In China brachen im Januar sowohl die Exporte als auch die Importe um ein Vielfaches stärker ein als erwartet. In Japan schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal 2015. An den Börsen gingen die Kurse dennoch nach oben.



Die chinesischen Ausfuhren fielen im Januar um 11,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Das war bereits der siebte Rückgang in Folge, der überdies sechsmal so stark ausfiel wie erwartet. Experten sprachen von einem Fehlstart ins Jahr. "Der chinesische Außenhandel könnte 2016 zum Sorgenkind nicht nur für das Reich der Mitte werden", sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

Überdurchschnittlich stark nahmen die Exporte in die Europäische Union ab, auch die in benachbarte Staaten wie Südkorea und Taiwan sowie in die USA schrumpften. Dagegen verdoppelten sich die Ausfuhren nach Hongkong, was Experten zufolge auf spekulative Finanzströme hinweist: Wegen der Abwertung des Yuan versuchen Spekulanten, ihr Geld in Sicherheit zu bringen und tarnen dies als Exportgeschäfte. Die Zentralbank versucht gegenzusteuern und ließ die Landeswährung am Montag zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Dezember aufwerten.

Die Importe brachen zum Jahresauftakt um 18,8 Prozent ein. Für deutsche Firmen sind das schlechte Nachrichten, schließlich fielen ihre Exporte in die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft bereits im vergangenen Jahr und damit erstmals seit 1997. Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge verkauften Volkswagen, Daimler und BMW im vergangenen Jahr noch 4,4 Millionen Pkw in China und damit ein Prozent weniger als 2014. Angesichts der unsicheren Entwicklung wolle die Regierung in diesem Jahr kein Wachstumsziel für den Außenhandel ausgeben, sagte ein Insider aus dem Handelsministerium der Nachrichtenagentur Reuters. 2015 war der Handel um acht Prozent gesunken, während die Regierung ein Plus von sechs Prozent angestrebt hatte.

LEGT JAPANS NOTENBANK NACH?



Kummer bereitet der Weltwirtschaft auch Japan. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 1,2 Prozent gerechnet. Offenbar fruchten die Anreize der Regierung zum Ankurbeln des Konsums bislang nicht: Die Ausgaben der Privathaushalte, die 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, gingen um 0,8 Prozent zurück. Exporte in Schwellenländer konnten das nicht ausgleichen.

Das befeuert Spekulationen, wonach die japanische Notenbank (BOJ) ihre Geldpolitik weiter lockern wird. "Es ist eine Frage der Zeit, wann die BOJ und die Regierung zusätzliche Maßnahmen beschließen werden", sagte die Chefökonomin von Sumitomo Mitsui Banking, Junko Nishioka.

Nach der Börsentalfahrt in der vergangenen Woche stiegen die Kurse an den asiatischen Märkten am Montag wieder an. Vor allem in Tokio ging es bergauf: Dort schloss der Nikkei-Index 7,2 Prozent höher auf rund 16.023 Punkten. "Heute geht es allein um eine technische Erholung", sagte Takuya Takahashi vom Wertpapierhandelshaus Daiwa Securities. Der deutsche Dax legte um zwei Prozent auf 9145 Zähler zu.

Reuters

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Bildquelle: Jean-Francois Peron/Istockphoto

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