Zum Ende des dritten Quartals hatten die Österreicher Kredite in Höhe von gut 22 Milliarden Euro ausstehen. Das ist weit mehr als das 2,5-Fache des bereinigten Eigenkapitals. Abschreibungen auf diese Kreditportfolios sind unausweichlich angesichts des hohen Anteils des Energiesektors und der Dollarkredite. Immerhin hat der Rubel gegenüber der US-Währung erheblich an Wert verloren, und auch die Öl- und Gaspreise sind im Keller. Müssten die Wertberichtigungen ungefähr in der gleichen Relation wie zur Russland-Krise 1998 erfolgen, wäre rund die Hälfte des Eigenkapitals verloren.

Auch der Anstieg des Schweizer Franken wird der Bank zu schaffen machen. Hier betrugen die ausstehenden Kredite - umgerechnet zu alten Wechselkursen - rund 3,8 Milliarden Euro. Die verdeckten Verluste der Kunden belaufen sich auf weit mehr als eine halbe Milliarde Euro. In Polen beispielsweise wollen Politiker, dass die Banken, ähnlich wie etwa in Ungarn, diese Verluste tragen. Angesichts dieser beiden Großbaustellen ist die Bewertung der Aktie mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,3 nicht mehr preiswert. Auch wenn es die Österreicher noch dementieren, dürfte erneut eine Kapitalerhöhung notwendig sein. Und die würde wohl mit einem Abschlag zum aktuellen Kurs erfolgen müssen.

LA