Trotz wackliger Weltwirtschaft, heftiger Börsenturbulenzen und ungelöster Flüchtlingskrise bleibt die Kauflaune der Deutschen gut. Das Barometer für das Konsumklima verharrt im Februar bei 9,4 Punkten, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern bekanntgab. "Damit trotzt das Konsumklima den zuletzt gestiegenen Risiken", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Es stabilisiere sich "auf einem insgesamt betrachtet hohen Niveau". Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 9,3 Zähler erwartet und sagten in ersten Reaktionen:

ULRIKE KASTENS, SAL. OPPENHEIM:



"Gemessen an den vielen schlechten Nachrichten aus der Konjunktur und von den Kapitalmärkten ist das Konsumklima in Deutschland überraschend stabil. Positiv ist vor allem, dass sich die Anschaffungsneigung verbessert hat. Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor günstig: Der Arbeitsmarkt läuft, der niedrige Ölpreis lässt mehr Geld in den Taschen, die Zinsen bleiben niedrig. Um den Konsum mache ich mir keine Sorge. Er bleibt ein Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft."

STEFAN KIPAR, BAYERNLB:



"Entgegen Befürchtungen vieler Experten ist das Konsumklima zum Jahresanfang nicht gesunken. Es ist eher unbeeindruckt von den weltwirtschaftlichen Turbulenzen. Die Einkommenserwartungen sind zwar gesunken, aber nach wie vor weiter noch sehr hoch. Insgesamt kann beim Verbraucher von Panik keine Rede sein. Der günstige Ölpreis steigert unmittelbar die Kaufkraft. Die Konsumenten spüren dies jeden Tag an der Tankstelle."

Reuters