Liebe Anlegerinnen und Anleger,



in der vergangenen Woche konnten wir den fulminanten Ausbruch über die sehr hartnäckige Widerstandsregion des DAX bei etwa 10.450 Punkten bejubeln. Dort lag auch die obere Begrenzung des mehrere Monate gültigen Seitwärtstrends. Nachdem dieser Widerstand förmlich pulverisiert wurde, ist es nun wirklich kein Wunder, daß der DAX es jetzt etwas ruhiger angehen lässt und sich schwächer als die wichtigen US- Indizes verhält. Falls wir nun von oben den ehemaligen Widerstand erfolgreich testen, ist dies sogar sehr positiv für uns Anleger, da bei einen solchen Manöver die Kurse häufig erneut an Dynamik zulegen.

Interessant ist meiner Meinung nach aber vor allem, dass sich die technische und fundamentale Grundausrichtung der globalen Märkte nicht verändert hat. Nach wie vor bestimmen die gleichen Parameter das Verhalten von Käufern und Verkäufern. Tendenziell gute und eher schlechte konjunkturelle Nachrichten wechseln sich ab. Ganz ähnlich wie die Äußerungen von stimmberechtigten FED-Direktoren, die einmal mit vorsichtigen Äußerungen das Temperament der Bullen einzufangen suchen, nur um nach einigen Tagen deren Nerven wieder zu beruhigen. Genau aus diesem Grund sollten wir heute nicht nach den Ursachen der Kursbildung suchen, sondern uns auf das Ergebnis des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage konzentrieren.

DAX: Test der neuen Unterstützung läuft



Die folgende Darstellung des gelassenen P & F Charts zeigt Ihnen deutlich, dass wir genau jetzt eine längst überfällige Atempause und sogar einen gesunden und notwendigen Test der neuen Unterstützung erleben. Nach der sehr dynamischen Rallye seit Anfang Juli haben die Bullen eine Pause verdient. Diese ist sogar notwendig, um im idealen Fall die neue Unterstützung bei 10.450 Punkten zu bestätigen und neue Anleger anzulocken.





Wichtig wäre es aber, dass der DAX möglichst nicht unter die neue Unterstützung eintaucht. Ansonsten steigt die Gefahr, dass wir in den früheren Seitwärtstrend zwischen etwa 10.000 und 10.450 Punkten zurückkehren. Richtig ungemütlich für die Bullen wird es aber erst, falls wir ein neues Verkaufssignal unterhalb von 10.100 erleben würden. Aber auch dann wäre der mittelfristige Aufwärtstrend in Form der aufsteigenden Trendgerade noch intakt. Wegen der starken Dynamik und dem hohen Druck der Käufer gehe ich aber davon aus, dass wir uns eher nach oben hin absetzen und die Region von 11.400 noch in diesem Jahr testen werden. Auch falls Sie heute wieder viele aufgeregte Analysen und Kommentare lesen werden, ist die technische Ausgangslage völlig intakt. Das größte Risiko für das positive Szenario sehe ich in der üblicherweise in der während des US- Wahlkampfs steigenden Unsicherheit und Volatilität. Immerhin zählen die Monate vor der Wahl des US-Präsidenten nicht gerade zu beliebtesten der Anleger.



Transportaktien deuten nach wie vor auf das Bullenlager



In den vergangenen Tagen hat die Verunsicherung der Marktteilnehmer etwas zugenommen. Befeuert wurde diese auch von den Äußerungen der Investorenlegende George Soros, der seine Put-Position auf den US-Aktienmarkt kürzlich verdoppelt hat. Da Hedgefonds- Manager nur selten gut gemeinte Börsentipps für uns Kleinanleger parat halten, viel öfter aber die öffentliche Meinung in Ihrem Sinne manipulieren wollen, lohnt sich heute ein Blick auf den wichtigen Transportsektor. Dieser sollte sich nicht zu weit vom Dow Jones der Industrieaktien entfernen und im Fall einer Hausse die lokalen Hochpunkte des Dow Jones bestätigen. Koppeln sich die konjunkturempfindlichen Transportaktien zu weit vom viel bekannteren Dow Jones Index ab, sollte man dies stets sehr kritisch honorieren. Meistens ist dann mit einer Korrektur am allgemeinen Aktienmarkt zu rechnen. Aber genau danach sieht es heute überhaupt nicht aus, wie Ihnen der besonnene P & F Chart der wichtigen Transportaktien zeigt.



Der P & F Chart zeigt Ihnen deutlich den ausklingenden Abwärtstrend des vergangenen Jahres, die kurze Bodenbildung und den Beginn des Aufwärtstrends mit der aufsteigenden positiven Unterstützungsgeraden. Die sich seit dem Monat April (Ziffer 4) gebildete Seitwärtsbewegung zwischen etwa 7.500 und 8.100 Punkten wurde nach dem Referendum über den Brexit sehr dynamisch nach unten aufgelöst. Dieses Korrekturniveau wurde aber schnell als Kaufgelegenheit interpretiert und die Bullen trieben den Kurs mit Hilfe von zwei dynamischen X-Säulen wieder nach oben und bis an die obere Begrenzung des ehemaligen Seitwärtstrends. Dort setzte aber vor wenigen Tagen erneut eine Konsolidierung ein, die ich Ihnen im roten Kasten markiert habe und die Sie an der 0-Spalte erkennen. Diese Konsolidierung war bisher recht schwach ausgeprägt, es wurde noch nicht einmal ein Verkaufssignal ausgelöst. Positiv ist aber vor allem, dass sich jüngst wieder eine X- Säule gebildet hat und sich der Kurs nach oben absetzen konnte. Dementsprechend sieht es also nicht danach aus, als ob der breite US Aktienmarkt in absehbarer Zeit ein größeres Problem bekommen würde. Falls sich die Unsicherheit am Aktienmarkt in den kommenden Tagen vergrößern sollte, achten Sie bitte auf die Region von 7.650 und vor allem 7.350 Punkten. Unterhalb davon könnte es noch einmal richtig ungemütlich werden und die Bären könnten sich motiviert fühlen, die beiden wichtigen lokalen Tiefs bei 7.000 und 6.500 Punkten anzugreifen. Aber wie gesagt, bisher gibt es dafür keine Anzeichen. Ganz im Gegenteil befinden wir uns heute in einer positiven X Spalte. Der wichtige Transportsektor wird dementsprechend von der Nachfrage gelenkt und diese ist heute stärker als noch vor wenigen Tagen.



Ölaktien bleiben aussichtsreich



Seit einiger Zeit zählen die Öl Aktien zu den interessantesten Titeln, da der Sektor relative Stärke aufbaut. Daran hat sich auch in den vergangenen und ruhigeren Tagen nichts geändert und die Stärke eines Sektors dauert meist länger als von der Mehrheit der Anleger vermutet. Denn wie hier schon mehrfach berichtet, ist seit etwa 2014 der Ölpreis sehr hoch mit dem Aktienmarkt korreliert. Und der Ölpreis wiederum entgegengesetzt mit dem US-Dollar. Ein schwächerer US-Dollar stützt also tendenziell den Preis von Öl und anderen Rohstoffen und dies wiederum den Aktienmarkt.



Trotz der seit April (Ziffer 4) andauernden Seitwärtsbewegung ist der mittelfristige Aufwärtstrend intakt. Dies erkennen Sie deutlich an den beiden rechten Säulen, die sich exakt auf die nach wie vor gültige Unterstützungslinie gesetzt haben. Trotz des aktuellen kurzfristigen Verkaufssignals (die rechte 0-Spalte ist unter die vorhergehende gewandert) bleibt der Sektor von der Nachfrage getrieben bzw. oberhalb von der wichtigen Aufwärtstrendgeraden. In Einklang mit dem in den vergangenen Tagen wieder stärkeren Ölpreis hat sich jüngst eine neue positive X-Achse im Chart gebildet. Entsprechend verstärkt sich auf dem gegenwärtigen Niveau erneut der Druck der Käufer und ist größer als noch wenigen Tagen, als sich der Sektor in einer negativen 0-Spalte befand.

Die Ausgangslage im Ölsektor und im gesamten Rohstoffbereich bleibt also bis auf weiteres aussichtsreich für uns Anleger. Vor allem natürlich falls sich der US-Dollar eher etwas abschwächt. Genau darauf deutet übrigens aktuell der viel beachtete US-Dollar Index.

Falls Sie sich für die Analyse der attraktivsten Sektoren anhand der gelassenen P & F Charts interessieren, dann beachten Sie bitte auch meinen Gratis Börsenbrief zu diesem Thema.

Nun wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Tag und weiterhin viel Erfolg mit ihren Investitionen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland, ihr Klaus Buhl

Klaus Buhl, Geschäftsführer der Libra Invest GmbH (www.libra-invest.de), bekennender Anhänger von Point and Figure Charts und der Philosophie des "inneren Marktes".