Sixt Aktie [WKN: 723132 / ISIN: DE0007231326]

05.03.2016 11:00:00

Interview

Ist Warren Buffett ein Vorbild für Sie, Herr Sixt?


Der Chef des Autovermieters Sixt, Erich Sixt, zieht Bilanz: Über sein erfolgreichstes Aktieninvestment, den größten Fehler im Geschäftsleben - und warum seine beiden Söhne für das Unternehmen immer wichtiger werden. Von Wolfgang Ehrensberger

Seit 46 Jahren steuert Erich Sixt als Vorstandschef und Großaktionär den gleichnamigen Autovermieter, der vor neuen Rekorden bei Umsatz und Ergebnis steht. Während das US-Geschäft dabei immer wichtiger wird, lauern auf dem angestrebten Weg zur europäischen Marktführerschaft gefährliche Fallstricke.

Börse Online: Ihre Aktionäre vergleichen die Sixt-Hauptversammlung bereits mit dem Aktionärstreffen von Berkshire Hathaway, der Holding von Warren Buffett ...


Erich Sixt:

Na ja, das geht etwas zu weit. Ich war ein einziges Mal, vor vier Jahren, auf einer Berkshire-Hauptversammlung. Da waren 20 000 Menschen, da wird Kapitalismus pur zelebriert, das ist wie eine Papstmesse.

Ist Buffett ein Vorbild für Sie?


Im unternehmerischen Sinn? Für mich als Dienstleister eher nicht. Aber man kann viel von ihm lernen. Mich beeindruckt beispielsweise, dass er diese riesige Hauptversammlung ganz allein mit seinem Vizechef Charlie Munger leitet, ohne Brimborium mit einem großen Backoffice. So halten wir es auch bei Sixt. Für mich ist Buffett der erfolgreichste Unternehmenskäufer auf diesem Planeten.

Wenn Sie selbst zurückblicken: Was war Ihr erfolgreichstes Investment?


Vor zwanzig Jahren wollte ich mal eine größere Summe anlegen. Ich habe meinem Banker gesagt: Kaufe den DAX einfach mal rauf und runter. Das Depot hab ich dann - wie Kostolany rät - einfach liegen gelassen und mich nicht mehr darum gekümmert. Das war bisher mein erfolgreichstes Aktien-Investment - abgesehen von Sixt natürlich.

2015 soll für Sixt ein Rekordjahr werden. Auf welches Ergebnis steuern Sie zu?


Wir haben unsere Prognose für das Vorsteuerergebnis 2015 zuletzt auf mindestens 180 (Vorjahr: 157) Millionen Euro angehoben. Details gibt es auf der Jahrespressekonferenz am 15. März. Schlecht aufgelegt bin ich nicht.

Das bedeutet eine höhere Dividende?


Wir haben über Jahrzehnte eine ausgewogene und faire Dividendenpolitik betrieben, davon profitiere ich als größter Aktionär ja auch persönlich. Generell gilt: Wir machen den Aktionär glücklich, aber nicht zu glücklich.

2015 haben Sie die Leasingsparte Sixt Leasing an die Börse gebracht. Das verschafft dem Sixt-Kerngeschäft Vermietung enorme Spielräume. Wie wollen Sie die nutzen?


Der Börsengang eröffnet beiden Bereichen Spielräume. In der Autovermietung können wir die Expansion ins Ausland schneller umsetzen. Sixt Leasing konkurriert nicht mehr konzernintern um Eigenkapital, sondern finanziert sich zunehmend eigenständig.

Sixt zielt vor allem auf den US-Markt. Können Sie sich in diesem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld überhaupt durchsetzen?


In den USA ist das Autovermietgeschäft ein Massengeschäft, ohne allzu intensiven Service. Wir fokussieren uns deshalb auf ein Premiumangebot mit freundlichem Service, nicht als Discounter wie etwa Hertz. Einschließlich Franchisenehmern hatten wir Ende 2015 dort bereits 71 Stationen.

Auf Seite 2: Ab wann läuft das US-Geschäft profitabel?



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Bildquelle: Michael Dalder/Reuters

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