Nach zwei Jahren mit Kürzungen würden in diesem Jahr zudem die Investitionen der Energiekonzerne für Förderung und Produktion um drei Prozent auf 450 Milliarden Dollar steigen. Das wären allerdings noch immer 40 Prozent weniger als 2014, als der Ölpreisverfall im Jahresverlauf einsetzte.

Hintergrund für die Trendwende sind gestiegene Gewinn-Aussichten für die Branche, nachdem der Preis in den vergangenen Monaten um rund 20 Prozent zugelegt und sich bei etwa 55 Dollar pro Barrel (159 Liter) stabilisiert hat. Von Mitte 2014 bis Januar 2016 war der Preis wegen Überkapazitäten und mauer Weltwirtschaft von 115 bis auf 28 Dollar abgesackt. Das führte dazu, dass viele neue Projekte aufgeschoben oder laufende gestoppt wurden. Zudem fuhr die Branche ihre Investitionen zurück und schwenkte auf einen Sparkurs ein, indem sich etwa Fremdfirmen mit geringerer Bezahlung zufrieden geben mussten.

Der Ölpreis stabilisierte sich dann ab Herbst 2016, nachdem sich abzeichnete, dass die Opec und auch die großen Öl-Länder außerhalb des Förderkartells in einer gemeinsamen Aktion zur Stützung des Marktes ihre Produktion kappen. Sie wurden aktiv, nachdem der andauernde Preisverfall tiefe Löcher in ihre Staatskassen riss. Wood MacKenzie erwartet, dass der Ölpreis in diesem Jahr im Schnitt bei etwa 57 Dollar pro Fass verharren wird und bis 2020 auf etwa 85 Dollar steigt.

UMSTRITTENES FRACKING IN USA DÜRFTE WIEDER AUFBLÜHEN



Eine Vielzahl neuer Förder-Projekte wird es den Experten zufolge in den USA geben. Denn dort lässt sich mittels der aus Umweltschutzgründen umstrittenen Fracking-Technik Schieferöl relativ günstig und schnell erschließen. In manchen Fällen dauert der Vorlauf dort nur sechs Monate. Je nach Lage kann zudem bei Ölpreisen zwischen 40 und 60 Dollar gewinnbringend produziert werden. Dank der seit 2014 in der Branche erreichten Kostenkürzungen von 20 Prozent und erwarteter weiterer fünf Prozent in diesem Jahr seien allerdings auch manche Tiefsee-Projekte schon bei Preisen zwischen 50 und 60 Dollar profitabel.

Die jahrelange Zurückhaltung bei Investitionen und neuen Projekten könnte den Experten von Wood MacKenzie zufolge allerdings trotz des für 2017 erwarteten Aufschwungs Folgen habe. So gehen die Experten davon aus, dass im Jahr 2025 das Öl-Angebot um 20 Millionen Barrel pro Tag unter der Nachfrage liegen wird. Dies könne nur aufgefangen werden, wenn bis zum Jahr 2020 zusätzliche Projekte angeschoben würden.

rtr