Greenland Minerals & Energy Aktie [WKN DE: A0JM17 / ISIN: AU000000GGG4]

22.01.2016 07:31:00

Rohstoffe

Ölpreis-Crash: Die wichtigsten Fakten und besten Trading-Tipps


Neben China ist die Talfahrt beim Ölpreis ein zentraler Unsicherheitsfaktor an den Aktienmärkten. Doch auch wenn Tanken wieder Spaß macht, besteht kein Grund zur Freude. Denn genauer betrachtet sind die Auswirkungen des Preisverfalls als sehr schlechtes Signal zu sehen und negativ für die Weltwirtschaft. Kurzzeitig dürfte sich der Preis aber erholen - wir zeigen, wie Anleger darauf spekulieren können. Von Andreas Büchler und Franz-Georg Wenner

von Andreas Büchler und Franz-Georg Wenner

Ausgangssituation und Signal



Bereits seit Juni 2014 stehen die Preise für das "Schwarze Gold" massiv unter Druck. Ein wesentlicher Grund war damals die umstrittene Fracking-Industrie in den USA. Innerhalb kurzer Zeit kam es zu einem riesigen Öl-Boom, doch es wurde zu schnell zu viel gefördert. Amerika stieg innerhalb kurzer Zeit zum drittgrößten Erdölproduzent der Welt auf. Auch die zuvor mächtige OPEC musste zusehen, wie der Preis in den Keller rauschte.

Inzwischen ist das Kartell nahezu handlungsunfähig, die Mitglieder können sich nicht auf eine gemeinsame Angebotsstrategie einigen, zu unterschiedlich sind die nationalen Interessen. In einigen Staaten spitzt sich die Haushaltslage wegen des Preisverfalls dramatisch zu, während andere Mitglieder wie Saudi-Arabien versuchen, mit einem Preiskampf aufstrebende Produzenten wie die USA aus dem Markt zu drängen. Doch bisher geht die Strategie nicht auf, weltweit herrscht ein deutliches Überangebot. Der angekündigte Börsengang der größten Ölförderfirma der Welt, Saudi Aramco, zeigt sehr deutlich, dass selbst Saudi-Arabien dringend auf neue Einnahmequellen angewiesen ist.

Am Wochenende wurden auch die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, das Land kann nun Öl und Gas exportieren. Dies passierte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn das zusätzliche Angebot trifft auf einen ohnehin überversorgten Markt. Auf der anderen Seite fällt nun ein drohender Belastungsfaktor weg. Die Marktreaktion zum Wochenauftakt fällt daher verhalten aus.

Noch kritischer ist die Lage bei vielen Ölförderfirmen einzustufen. Vor allem in den USA droht zahlreichen Newcomern die Pleite, weil hohe Schulden für die Anfangsinvestitionen aufgenommen wurden und nun nicht mehr bedient werden können. Die steigenden Zinsen im Junkbond-Bereich zeigen dies deutlich, zugleich nehmen die Kreditausfallraten bei Banken zu und belasten die Finanzbranche. Ein Teufelskreis entsteht - wir verweisen auf die Lage am Immobilienmarkt vor rund acht Jahren.

Auf der anderen Seite ist die Nachfrage schwach. China als zweitgrößter Öl-Verbraucher der Welt präsentierte zuletzt schlechte Konjunkturdaten in Serie. Auch die gut gefüllten Reservetanks stehen einer Erholung entgegen. Angesichts der schlechten Perspektiven verstärkten sich zuletzt die Befürchtungen vor einem unkontrollierten Preisverfall, der weitere negative Effekte nach sich zieht. Wegen der großen Bedeutung der Energiebranche für die Finanzmärkte reagieren daher aktuell auch die Aktienmärkte sehr stark auf die Kursentwicklung am Ölmarkt. Einige Staaten könnten bei einer anhaltenden Talfahrt gezwungen sein, ihre Finanzreserven zu liquidieren und Positionen in Ölfonds aufzulösen, um die Löcher im Haushalt zu stopfen.

Die Bedeutung für die Aktienmärkte ist nicht zu unterschätzen, wie das Beispiel Norwegen zeigt. Das Land hält Anteile an rund 9000 Unternehmen, verfügt über rund 1,3 Prozent sämtlicher Aktien auf der Welt und 2,4 Prozent der in Europa. Die Investmentpolitik der Ölfonds könnte sich daher als Zünglein an der Waage für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten erweisen.

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Bildquelle: Stefan Wermuth/Reuters, Index-Radar

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