Denn die Region könnte 2016 stärker wachsen als die Gesamtheit der entwickelten Länder. So prognostiziert Nordea einen BIP-Anstieg von 1,6 Prozent für Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Demgegenüber steht ein Plus von 1,5 Prozent für die globalen Nationen.

Noch unterdurchschnittlich dürfte sich dieses Jahr Dänemark innerhalb des Quartetts entwickeln. Geht es nach den Nordea-Ökonomen, gewinnt die skandinavische Nation in den kommenden Jahren aber deutlich an Tempo. Nach einem Prozent 2016 soll sich die wirtschaftliche Expansion auf 1,5 Prozent 2017 und 1,7 Prozent 2018 beschleunigen. "Der jüngste Anstieg der Beschäftigung stützt den Konsum und die Investitionsbereitschaft", erklärt Nordea-Chefvolkswirt Helge Pedersen.

Rückendeckung erhält der Experte von einer aktuellen Nielsen-Erhebung. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die optimistischsten Konsumenten Europas in Dänemark leben. Mit 112 Indexpunkten führt Dänemark die Rangliste mit deutlichem Vorsprung an.

"Wikinger" auf Outperformancekurs



Die Stimmung hellt sich in dem Land, das 2012 und 2013 noch in der Rezession steckte, also deutlich auf. Die Verbesserungen wurden zuletzt auch an der Börse honoriert. Auf Sicht von zwei Jahren liegt der Index OMX Copenhagen 20 mit einem Plus von einem Fünftel rund 15 Prozentpunkte vor dem DAX. Im Fünf-Jahres-Zeitraum beträgt die Outperformance sogar mehr als 70 Prozent. Die Rekordjagd des Index endete aber vorerst bei der wichtigen psychologischen Marke von 1000 Punkten.

Um diese zu überwinden, bedarf es weiterer wirtschaftlicher Erfolge, im Großen wie im Kleinen. Auf Unternehmensbasis macht zum Beispiel Börsenschwergewicht Vestas positiv von sich reden. Der weltgrößte Windturbinenbauer verzeichnete von April bis Juni einen unerwartet hohen Gewinnsprung um 175 Prozent. Es war das stärkste zweite Quartal in der Firmengeschichte. Daraufhin schraubte Vestas sogar die Umsatzprognose und die Renditeerwartung nach oben.

Auf makroökonomischer Basis ist Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen der- zeit dabei, die Weichen - vor allem nach dem Brexit - weiter auf Wachstum zu stellen. Er kündigte ein Reformpaket für die nächsten zehn Jahre an. Dazu sollen unter anderem die Steuern gesenkt und das Renteneintrittsalter schneller als bisher vorgesehen von 67 auf 68 Jahre erhöht werden. Es könnte also nur eine Frage der Zeit sein, bis der Index den vierstelligen Kursbereich nachhaltig erobert. Anleger können mit einem Tracker der BNP Paribas eins zu eins von einer Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends profitieren.