Der Hype um Gold ist längst passé. Nach den Rekordpreisen von mehr als 1800 Dollar für die Unce hat sich der Preis um mehr als ein Drittel verbilligt. Bemerkenswert ist auch, dass nicht einmal die anhaltenden Krisen in Griechenland oder in der Ukraine eine nachhaltige Erholung des Goldpreises auslösen könnten. Zusammen mit dem Preisverfall sanken auch die Aktienkurse der Minenbetreiber. 2011 notierte die Newmont Mining-Aktie auf dem Mehrjahreshoch bei über 70 Dollar. Im Herbst 2014 war sie für unter 20 Dollar zu haben.

Die US-Mine ist nach Barrick Gold der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Newmont Mining hat Schürfrechte in den USA, Australien, Peru, Ghana und Indonesien. Aus den Minen werden zu 90 Prozent Gold und zehn Prozent Kupfer gefördert. Als Gary Goldberg 2013 Vorstandsvorsitzender von Newmont Mining wurde, waren die Bedingungen wenig erfreulich, der Goldpreis weiter auf Sinkflug. "Wenn man den Preis seines Produktes nicht beeinflussen kann, dann sollten zumindest die Faktoren kontrolliert werden, die man in der Hand hat", lautet die Devise des ausgewiesenen Minenexperten.

Das waren in erster Linie die Kosten. Goldberg verkaufte alles, was nicht zum Kerngeschäft gehörte und trimmte den Konzern auf Profitabilität. Von den vereinnahmten 1,4 Milliarden Dollar wurde ein Teil zum Schuldenabbau genutzt, aber auch in Minen investiert, die höhere Margen erzielen. Im Vergleich zur hochverschuldeten Konkurrenz ist Newmont einen entscheidenden Schritt weiter. Das gilt auch für den Break-Even der Förderkosten. Goldberg hat in den vergangenen zwei Jahren die Förderkosten für eine Unze Gold um rund 200 Dollar auf unter 1000 Dollar gesenkt. Deshalb erwirtschaftete Newmont als einziger in der Branche 2014 einen positiven Cashflow.

Auf Seite 2: Die Anstrengungen zahlen sich aus



Die Anstrengungen zahlen sich jetzt aus. Die Kanadier legten für das erste Quartal überraschend gute Zahlen vor. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf zwei Milliarden Dollar zu. Der Gewinn pro Aktie stieg um 91 Prozent auf 46 US-Cents. Analysten hatten lediglich mit der Hälfte gerechnet. Newmont profitiert auch von den gefallenen Rohstoffkosten. Experten beziffern den Effekt der niedrigen Ölnotierungen auf etwa 50 Dollar pro Unze. Zudem profitiert das Unternehmen unter dem Strich vom gefallenen Australischen Dollar, der die Kosten der Minen in Down-Unter weiter reduziert. Weil Newmont bei einem stabilen Goldpreis in der komfortablen Situation ist, eine solide Marge zu erwirtschaften, will der Konzern seine Goldproduktion im laufenden Jahr auf von 4,6 Millionen Unzen auf bis zu 4,9 Millionen ausweiten.

Diese operative Stärke, die bei aktuellen Goldnotierungen für Gewinne sorgt, bildet die Basis für eine Spekulation mit einem K.o.-Call. Der Joker ist ein steigender Goldpreis. Nach der Bodenbildung ist eine Gegenreaktion beim Edelmetall eigentlich überfällig. Steigt der Goldpreis, ist der Hebel bei der Aktie von Newmont Mining viel höher als bei einer Direktanlage in das Edelmetall.

Auf Seite 3: Der K.o.-Call im Detail



Stand 14. Mai 21.00 Uhr

Basiswert Newmont Mining

Produkt Knock-out-Call

WKN VZ9LD4

Emittent Vontobel

Laufzeit endlos

Basispreis 20,92 US-Dollar

Knock-out-Schwelle variabel 20,92 US-Dollar

Kurs des Knock-out-Calls aktuell 0,59 Euro

Hebel 4,05

Abstand zum Knock-out 23 Prozent

Aufgeld 1,6 Prozent