Der 15. Januar wird nicht nur vielen Tradern am Devisenmarkt in Erinnerung bleiben, auch Aktionäre in der Schweiz dürften noch lange an die Kursturbulenzen zurückdenken. Kurz zuvor notierte der Schweizer Leitindex SMI noch auf einem 52-Wochen-Hoch, mit der Freigabe des Schweizer Frankens durch die Nationalbank brachen die Kurse dramatisch ein, der Index rauschte auf ein 52-Wochen-Tief. Niemals zuvor gab es unter den großen internationalen Indizes eine ähnliche Entwicklung innerhalb einer Woche.



Kräftige Kursverluste verzeichneten auch Aktien, die eigentlich als defensive Basisinvestments gelten wie Novartis. Die Papiere sackten ausgehend von knapp 100 Schweizer Franken (CHF) auf zuletzt 85 CHF ab. Auf dem ermäßigten Niveau verläuft die steigende 200-Tage-Linie als stabilisierender Faktor. Bereits mehrfach in den vergangenen Monaten drehte der Kurs am langfristigen Durchschnitt wieder nach Norden. Im Bereich um 80 bis 82 CHF verläuft zudem eine bereits bewährte horizontale Unterstützung.

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Novartis bilanziert in Dollar

Fundamental betrachtet erscheint der Absturz aber übertrieben. Seit Jahren haben die Schweizer ihre Währungsabhängigkeit durch Produktion im Ausland - auch als Natural Hedging bezeichnet - deutlich reduziert. Der Konzern ist global aktiv, der Auslandsanteil liegt bei über 95 Prozent, nur der Hauptsitz liegt in der Schweiz. Negative Auswirkungen der Frankenaufwertung wirken sich daher nur gering auf die Marge sowie die Wettbewerbsfähigkeit aus. Zudem bilanziert Novartis in Dollar, die Folgen aus der Umrechnung von Einzelabschlüssen der Auslandsgesellschaften fallen damit geringer aus als bei Roche, die in Franken bilanzieren.

Der jüngste Kursrutsch dürfte daher recht bald wieder aufgeholt werden, denn auch sonst stimmt das Bild. Konzernchef Joseph Jimenez hat Novartis in den vergangenen Jahren wieder auf Erfolg getrimmt. Sowohl das fünf Mrd. Dollar schwere Aktienrückkaufprogramm, steigende Dividende und massive Kostensenkungsmaßnahmen lassen weiterhin gute Geschäfte und anziehende Kurse erwarten. Der jüngste Newsflow unterstreicht das Fazit: Erst vor wenigen Tagen erhielten die Schweizer von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht für ein Medikament zur Behandlung von Schuppenflechte. Weitere vielversprechende Produkte sind in der Pipeline.

Auf Seite 3: Sportlich einsteigen



Anleger, die in den defensiven Wert zum aktuellen Schnäppchenpreis etwas sportlicher einsteigen möchten, greifen zu einem Knock out Bull. Die WKN CZ7YSJ bietet bei einem Basispreis von 62,9 CHF einen Hebel von 3,8. Der Schein weist keine Laufzeitbegrenzung auf und wird mit einem Spread von rund 0,4 Prozent gestellt. Wer lieber etwas vorsichtiger agieren möchte, wartet noch die für morgen angesetzte Bilanzpräsentation ab.















Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar".

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