Nach Wochen der Seitwärtsbewegung zieht der Preis für das gelbe Edelmetall nun erneut an. Warum dieser Aufwind Bestand hat und wie Anleger mit Aktien und Derivaten dabei sein können.

Gold legt nach der stärksten Wochenbewegung seit Januar eine Verschnaufpause ein und notiert aktuell knapp unter 4.400 US-Dollar je Feinunze. Der Anstieg wurde zwar durch einen schwachen US-Arbeitsmarktbericht und neue Zinssenkungsfantasie unterstützt, die wichtigsten strukturellen Treiber bleiben jedoch intakt. Dazu zählen vor allem die anhaltenden Goldkäufe der Zentralbanken, insbesondere der chinesischen Notenbank, geopolitische Risiken und das begrenzte Angebotswachstum aufgrund langwieriger Genehmigungsverfahren. Für 2026 erwarten Experten Goldpreise zwischen 4.600 und 4.900 Dollar, einzelne Banken halten sogar bis zu 6.000 Dollar für möglich.

Vom hohen Goldpreis profitieren die Unternehmen der Wertschöpfungskette unterschiedlich stark. Minenproduzenten erzielen bei All-In Sustaining Costs von 1.500 bis 1.900 Dollar je Unze hohe Margen und investieren ihre Rekord-Cashflows in Dividenden, Aktienrückkäufe und Übernahmen. Explorer und Projektentwickler rücken wegen der rückläufigen Reserve-Ersatzquote der großen Produzenten in den Fokus. Royalty- und Streaming-Gesellschaften partizipieren besonders stark am Preisanstieg, während Handelsunternehmen vor allem von hoher Volatilität und großen Handelsvolumina profitieren. Zulieferer folgen dem Trend mit Verzögerung, bieten dafür planbare Umsätze, und Raffinerien sowie Recyclingbetriebe reagieren am schnellsten auf steigende Altgold-Rückflüsse.

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Weitere Themen im Heft:

Wieder klare Sicht
Ein Spezialist für Photonik und Spektroskopie hat operativ wieder in die Spur gefunden. Die nächsten Kurskatalysatoren sollten Ende des Monats kommen. (S. 30)

Pro & Contra
Aixtron profitiert von vollen Auftragsbüchern und dem Boom bei KI-Rechenzentren. Doch die zyklischen Abläufe in der Branche bergen Risiken. Zwei Redakteure, zwei Meinungen. (S. 34)

Auf Rekordkurs
Die DAX-Konzerne werden im kommenden Jahr so viel Geld ausschütten wie noch nie. Wo die Entscheidung besonders spannend wird, welche Aktien attraktiv sind. (S. 36)

Zeitenwende in Cupertino
John Ternus folgt auf Tim Cook und übernimmt einen hochprofitablen Konzern. Jetzt muss er beweisen, dass Apple auch in Zeiten von KI und akutem Chipmangel Wachstum liefern kann. (S. 40)

Abgaben-Alarm
Neben Reformen bei den Sozialversicherungen sind auch weitreichende Änderungen bei der Einkommensteuer geplant. Was zahlreichen Berufstätigen und Anlegern fiskalisch droht, wenn die Pläne so umgesetzt werden. (S. 106)

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