Darum fällt der DAX am Donnerstag, und das ist für den Leitindex wichtig. Außerdem im Fokus: Nu, Bitcoin, Renk, Fresenius, Oracle, Alphabet, Trump, Metaplanet und Südkorea. 

Belastet von Inflationssorgen und der Befürchtung steigender Zinsen dürfte der Dax am Donnerstag schwach in den Oktober starten. Nach etwas mehr als zwei Monaten, in denen sich der deutsche Leitindex nach oben hin von der 25.000-Punkte-Marke absetzen konnte, rückt diese nun wieder nah.

Der X-Dax signalisierte rund eine Stunde vor Handelsbeginn ein Minus von 0,3 Prozent auf 25.111 Zähler. Den Monat September hatte der Dax mit einem Verlust von insgesamt 4 Prozent beendet und war dabei tags zuvor auch noch unter die für den mittel- bis langfristigen Trend wichtige 100-Tage-Linie gesackt. Diese hatte ihm die vergangenen Tage noch Halt gegeben. Inzwischen droht ein Tief seit Ende Juli.

"Der Dax testet aktuell einmal mehr den unteren Rand seiner jüngsten Handelsrange", erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Das ist der Bereich um 25.160 Punkte, in dem sich der Index im abgelaufenen Monat zweimal stabilisieren konnte. "Sollte diese Unterstützung nicht halten, rückt automatisch die runde Marke von 25.000 in den Fokus. Dabei lebt der Dax in diesem Jahr ohnehin nur noch von den Dividenden. Der Dax-Kursindex hat seinen Jahresgewinn bereits vollständig aufgegeben."

Für Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank bleiben die Anleiherenditen der wichtigste Taktgeber am deutschen Aktienmarkt. "Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den Dax", schrieb er. Hohe Inflationszahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern hatten am Mittwoch für Verluste gesorgt.

DAX (WKN: 846900)

Weitere Nachrichten

Oracle meldet keine kritischen Schäden bei Project Jupiter

Oracle und STACK Infrastructure zufolge wurden am Project-Jupiter-Campus in New Mexico trotz Überschwemmungen keine kritischen Anlagen beschädigt. Das Projekt soll planmäßig fortgesetzt werden, während Oracle, STACK, Partner und Versicherer die Auswirkungen bewerten. Der 2,45-Gigawatt-Campus ist Teil der Stargate-KI-Infrastruktur von Oracle, OpenAI und SoftBank und wird durch einen Kredit von 18 Milliarden Dollar finanziert.

Interne Zweifel an Googles Gemini 4

Google rollt sein neues Spitzenmodell Gemini 4 Argon aus, sieht sich laut Medienbericht intern aber mit Zweifeln an dessen Leistung bei praktischen Aufgaben wie Programmierung konfrontiert. Einige Beschäftigte halten die Modelle von OpenAI und Anthropic für schneller fortschreitend, während andere Gemini 4 bereits auf Augenhöhe mit der Konkurrenz sehen. Google widerspricht der Darstellung und betont, interne Tests bestätigten die Spitzenposition des Modells.

Südkorea plant Investitionen von bis zu 200 Milliarden Dollar in US-Energie

US-Präsident Donald Trump kündigte südkoreanische Investitionen von bis zu 200 Milliarden Dollar in ein texanisches Gaskraftwerk, acht Atomreaktoren und das Alaska-LNG-Projekt an. Südkoreanische Vertreter bestätigten bislang nur das 6,47-Gigawatt-Kraftwerk in Texas, während die Atom- und LNG-Vorhaben noch auf ihre wirtschaftliche und rechtliche Machbarkeit geprüft werden. Die Zusagen sind Teil eines 350-Milliarden-Dollar-Investitionspakets aus dem Handelsabkommen, mit dem die USA ihre Zölle auf südkoreanische Waren von 25 auf 15 Prozent senken.

Nu Holdings verfolgt keine Übernahme von Monzo

Nu Holdings erklärte, keine Transaktion mit der britischen Digitalbank Monzo zu verfolgen. Damit weist das brasilianische Fintech Medienberichte über mögliche Gespräche für einen Deal im Wert von 8 bis 10 Milliarden Pfund zurück. Die Spekulationen hatten die Nu-Aktie am Montag zeitweise um 10 Prozent fallen lassen.

Bitcoin startet mit Rückenwind in den Oktober

Bitcoin notiert zu Monatsbeginn bei rund 84.000 Dollar, nachdem die Kryptowährung im September entgegen historischer Schwäche zulegen konnte. Der Oktober brachte in zehn der vergangenen 13 Jahre Gewinne und erzielte dabei durchschnittlich mehr als 19 Prozent, während niedrigere US-Inflationsdaten und anhaltende ETF-Zuflüsse den Kurs stützten. Im Fokus stehen nun der US-Arbeitsmarktbericht und die Entwicklung der Anleiherenditen, nachdem die Spot-Bitcoin-ETFs am 30. September Nettoabflüsse von knapp 150 Millionen Dollar verzeichneten.

Metaplanet verteidigt umstrittenes Vergütungsprogramm

Metaplanets unabhängige Direktoren verteidigen das Vergütungsprogramm für das Management und verweisen darauf, dass die Aktionäre ihm im Februar 2023 mit mehr als 98 Prozent der Stimmen zugestimmt hatten. Ausgeübte und offene Bezugsrechte entsprechen rund 12,5 Prozent aller Aktien und schüren damit Sorgen über eine Verwässerung. Nach der Kritik kürzte Metaplanet den möglichen Aktienpool um 41 Prozent auf 188,2 Millionen Stück, während Konzernchef Simon Gerovich zuvor noch Rechte auf 64 Millionen Aktien ausgeübt hatte.

BofA stuft Renk auf „Neutral“ ab

Die Bank of America senkt das Kursziel für Renk von 62,50 auf 42,50 Euro und nimmt die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ zurück. Analyst David Holmes hält die Getriebeproduktion auf dem aktuellen Niveau für nicht nachhaltig. Trotz des attraktiven Servicegeschäfts begrenze dies das langfristige Bewertungspotenzial, da Beständigkeit und nicht allein Wachstum die Branchenbewertungen bestimme.

Fresenius übernimmt mAbxience vollständig

Fresenius übernimmt die verbleibenden 45 Prozent an seiner Biopharma-Tochter mAbxience von Insud und Invim für bis zu 750 Millionen Euro. Davon sind 50 Millionen Euro an die Zulassung bestimmter Produktionsstätten geknüpft, während behördliche Genehmigungen für den Abschluss nicht erforderlich waren. Der Konzern hatte 2022 zunächst 55 Prozent an mAbxience erworben und bündelt nun die gesamte Biosimilars-Plattform in Fresenius Kabi.

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links