Der DAX verliert am Freitag leicht. Das ist für den deutschen Leitindex jetzt wichtig. Außerdem im Fokus: Reddit, Evonik, BASF, Amazon, Wacker Chemie, Binance.
Höhere Ölpreise sowie schwache Vorgaben von den Börsen in den USA und Asien dürften den deutschen Aktienmarkt am Freitag zunächst etwas belasten. Am Vorabend hatten nach US-Börsenschluss die vielbeachteten Technologiekonzerne Amazon und Intel mit ihren Quartalszahlen enttäuscht. Im Blick stehen am Freitag Inflationsdaten aus Deutschland.
Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den Dax ein Minus von 0,1 Prozent auf 26.018 Punkte. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex das höchste Niveau seit Anfang September erreicht und am Ende ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnet. Überwiegend positive Quartalszahlen und unveränderte Leitzinsen der Notenbanken hatten für Rückenwind gesorgt. Damit deutet sich für den Dax ein Wochengewinn von mehr als drei Prozent an.
Die Ölpreise sind zum Wochenausklang angesichts wachsender Sorgen über einen möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit April gestiegen. Seit längerem wird über mögliche neue Angriffe der USA und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen spekuliert, die kommenden Dienstag stattfinden.
Weitere Nachrichten
Berenberg stuft Wacker Chemie auf „Hold“ herab
Die Privatbank senkt das Kursziel von 104 auf 85 Euro und stuft die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab. Analyst Sebastian Bray erwartet 2027 kaum eine klare operative Ergebnissteigerung. Wacker habe den Großteil neuer Polysilizium-Kapazitäten bereits aufgebaut, während bei anderen Halbleiterzulieferern die Kurskorrektur begonnen habe.
Prime Video erzielt laut Amazon-Chef Milliardenumsätze
Amazon-Chef Andy Jassy beziffert den annualisierten Umsatz von Prime Video auf mehrere zehn Milliarden Dollar und sagt, der Dienst sei profitabel. Er führt den Erfolg auf Serien, Filme und ein wachsendes Live-Sportangebot zurück. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen gerieten Amazon-Aktien im nachbörslichen Handel deutlich unter Druck.
Reddit erwägt Login-Pflicht wegen Datenscraping
Reddit-Chef Steve Huffman erwägt, den Zugriff auf die meisten Inhalte an eine Anmeldung zu knüpfen, um das Abschöpfen von Daten einzudämmen. Zugleich macht er Googles KI-Suche für sinkende Weiterleitungen verantwortlich und warnt, die täglich aktiven Einzelbesucher könnten im vierten Quartal im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen. Die Reddit-Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund 18 Prozent.
Evonik soll BASF-Angebot erneut ablehnen wollen
Evonik will einem Medienbericht zufolge auch das verbesserte Übernahmeangebot von BASF über 24 Euro je Aktie beziehungsweise insgesamt rund 11,2 Milliarden Euro ablehnen. BASF-Chef Markus Kamieth bekräftigte das Interesse an Evonik, schloss aber einen Kauf um jeden Preis aus. BASF werde den Deal nur weiterverfolgen, wenn er wirtschaftliche Vorteile für die Aktionäre bringe.
Binance meldet Milliardenverlust durch mutmaßlichen Hackerangriff
Binance beziffert die Auswirkungen des Angriffs auf rund 6,3 Milliarden Dollar; etwa drei Milliarden Dollar an Vermögenswerten seien bislang eingefroren worden. Ermittler und Sicherheitsunternehmen verdächtigen die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor, während Binance als möglichen Einstiegspunkt den kompromittierten Laptop eines DevOps-Mitarbeiters untersucht und bislang keinen Abfluss privater Wallet-Schlüssel bestätigt hat. Ein- und Auszahlungen waren zunächst beeinträchtigt; Binance erwartete, Auszahlungen innerhalb von 48 Stunden wieder aufzunehmen.
Puma verliert weiter Umsatz und schreibt Verluste
Der Sportartikelhersteller Puma verliert weiter an Umsatz. So sanken die Erlöse im dritten Quartal im Jahresvergleich um fünf Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt lag das minus bei 6,3 Prozent. Dabei verzeichnete Puma vor allem in der Europäischen Region und Nordamerika eine schwächere Nachfrage. Dagegen verbesserte sich die Rohertragsmarge von 45,4 auf 49,5 Prozent - dabei profitierte Puma von niedrigeren Beschaffungskosten sowie Zollrückerstattungen im Volumen von 29,8 Millionen Euro.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war mit 0,4 Millionen Euro positiv, Restrukturierungskosten ließen Puma jedoch weiter in der Verlustzone bleiben. Der Nettoverlust betrug 54,9 Millionen Euro und fiel damit etwas niedriger aus als das Minus von 62,3 Millionen Euro aus dem Vorjahr.
Puma erwartet für 2026 weiter einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, grenzte jedoch die Spanne beim operativen Ergebnis ein und erwartet nun ein operatives Ebit zwischen minus 80 bis minus 130 Millionen Euro. Zudem kürzte das Unternehmen die Investitionen auf voraussichtlich unter 150 Millionen Euro, hier waren zunächst rund 200 Millionen Euro vorgesehen.
Enthält Material von dpa-AFX