Der DAX kann am Dienstag den Iran-Sorgen trotzen. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Bitcoin, RTL, Riot, OHB, Rheinmetall, PNE, Kontron, Samsung, Intel.

Der Dax bleibt am Dienstag mit einem solide erwarteten Start in Reichweite seines Rekordes. Der Leitindex entwickelt sich weiter robust und trotzt den ausbleibenden Fortschritten bei der Lösungsfindung im Nahen Osten. Der X-Dax signalisierte knapp eine Stunde vor dem offiziellen Handelsbeginn ein Plus von 0,1 Prozent auf 26.358 Punkte. Für eine neue Bestmarke müsste er die 26.445 Punkte vom Freitagnachmittag erreichen.

Ein gutes Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen trotz hoher Energiepreise, "gepaart mit moderaten Bewertungen und zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld für den Dax", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank am Morgen. Laut der Helaba dämpfen allerdings neue, gegenseitige Forderungen die Hoffnungen auf eine Einigung im Nahost-Konflikt.

Mit Blick auf den Iran hätten sich die Marktakteure mittlerweile "an eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen", schreibt dazu der Marktexperte Stanzl. Er gibt aber auch zu bedenken, dass Resilienz nicht gleichbedeutend mit Immunität sei. "Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann jederzeit blitzschnell drehen."

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten Deutschland

 RTL bestätigt Gewinnprognose für 2026 - Optimistischer für Streaming-Geschäft

RTL hat die anhaltende TV-Werbeflaute auch im ersten Halbjahr zu spüren bekommen. Rückenwind kam dabei vom Streaming-Geschäft. Die Umsatzprognose für 2026 erhöhte der Medienkonzern wegen der im Juni abgeschlossenen Übernahme von Sky Deutschland zwar, die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis wurde aber trotz eines besseren Streaming-Geschäfts unverändert belassen.

Der Konzernumsatz soll 2026 nun auf rund 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro steigen, wie das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Zuvor stand hier noch eine Milliarde Euro an beiden Enden weniger auf dem Zettel. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sieht das Management um Konzernchef Clement Schwebig indessen weiter bei 725 Millionen Euro. Im Streaminggeschäft werden für das Gesamtjahr operativ (bereingtes Ebita) nun allerdings rund 100 Millionen Euro erwartet. Bisher lautete die Prognose hier 25 bis 50 Millionen Euro.

In den ersten sechs Monaten kletterte der Konzernumsatz um rund vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro vor allem aufgrund der Übernahme von Sky Deutschland und des besseren Streaminggeschäfts. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) stieg indessen überproportional um fast die Hälfte auf 239 Millionen Euro. Der Medienkonzern profitierte dabei neben der Einbeziehung von Sky Deutschland auch von Beiträgen vom Streaming-Geschäft und der Inhalte-Tochter Fremantle.

RBC startet Rheinmetall mit 'Outperform' - Ziel 1600 Euro

Die kanadische Bank RBC hat Rheinmetall mit "Outperform" und einem Kursziel von 1600 Euro in die Bewertung aufgenommen. Die geschätzte durchschnittliche Ergebniswachstumsrate (Ebita) von 35 Prozent bis zum Jahr 2030 spiegele die attraktive Positionierung des Rüstungskonzerns in wichtigen europäischen Aufrüstungsthemen sowie die starke geografische Ausrichtung wider, schrieb Colin Moody in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Der wachsende Free Cashflow eröffne zudem zusätzliche Übernahmemöglichkeiten.

Uniper wird zuversichtlicher für Gesamtjahr - Gasgeschäft treibt Ergebnisse

Der Energiekonzern Uniper blickt nach den ersten sechs Monaten mit mehr Zuversicht auf das Gesamtjahr. Die Ergebnisprognosen würden bestätigt und die jeweiligen Untergrenzen angehoben, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Für das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet Uniper nun 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro und damit am unteren Ende 100 Millionen Euro mehr. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen, was im schlechtesten Fall 150 Millionen Euro mehr wären als zuvor erwartet.

Im zweiten Quartal setzte sich die positive Dynamik aus dem ersten Jahresviertel fort. So erwirtschaftete Uniper zum ersten Halbjahr im Tagesgeschäft mit 711 Millionen Euro fast 90 Prozent mehr operatives Ergebnis als im Vorjahreszeitraum. Dabei profitierten die Düsseldorfer von einem starken Gasgeschäft, weil in diesem Bereich im laufenden Jahr kostenintensive Umbaumaßnahmen wegfallen. Belastend wirkte hingegen die ungeplante Nichtverfügbarkeit eines schwedischen Atomkraftwerks. Der bereinigte Gewinn des Konzerns verdreifachte sich nahezu auf 388 Millionen Euro.

Uniper war als größter deutscher Gasimporteur 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Deutschland rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde quasi Alleineigentümer. Der Bund hat den Wiederverkauf jüngst in die Wege geleitet, dürfte sich aber zunächst noch nicht vollständig von den Anteilen trennen. Auch ein Börsengang ist im Gespräch.

Das Unternehmen zählt bei Stromerzeugung und Gashandel zu den größten Energieunternehmen Europas. Der Konzern betreibt unter anderem Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und Schweden. Strom erzeugt Uniper auch aus Wasserkraft. In Schweden ist Uniper Mehrheitseigentümerin eines Atomkraftwerks. In Deutschland ist das Unternehmen zudem größter Betreiber von Gasspeichern.

OHB ersetzt Klöckner im SDax ab 13. August

Der Raumfahrtkonzern OHB steigt in den SDax auf. Er werde dort den Stahlhändler Klöckner & Co ab dem 13. August ersetzen, teilte die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx am Montagabend mit. Nach der Übernahme durch Worthington Steel wird Klöckner von der Börse genommen. Das US-Unternehmen hatte Mitte Juli ein Delisting-Angebot zu elf Euro je Aktie vorgelegt. Die Annahmefrist läuft bis zum 12. August. Das Delisting werde voraussichtlich unmittelbar mit Ablauf der Annahmefrist wirksam, hatte es geheißen.

Foxconn-Tochter Ennoconn übernimmt Kontron-Mehrheit knapp nicht

Der österreichische Technologiekonzern Kontron hat bekannt gegeben, dass sämtliche Angebotsbedingungen des Pflichtangebots der Ennoconn Corporation eingetreten sind. Ennoconn erreiche 48,36 Prozent der Anteile, keine Mehrheit. Die investitionskontrollrechtliche Freigabe (Foreign Direct Investment FDI) erfolgte laut Angaben vom Montagabend bereits. Laut der Foxconn-Tochter Ennoconn werde der Vollzug des Angebots am 20. August 2026 stattfinden.

Ennoconn hatte nach der Überschreitung eines 30-Prozent-Anteils an Kontron ein Pflichtangebot zum Erwerb sämtlicher Aktien der Linzer gestellt. Kontron riet von der Annahme ab. Die Angebotsfrist lief bis 27. Juli.

Kontron verwies in der Mitteilung am Montagabend darauf, dass Ennoconn auch nach dem Vollzug die 48,36 Prozent nicht überschreiten und keine Mehrheit erreichen werde. "Ein weiterer Ausbau der Beteiligung ist durch Ennoconn nicht geplant", schrieb die Firma aus Oberösterreich. "Kontron wird weiterhin eigenständig bleiben." Das bestehende Management werde weiterarbeiten. Dazu sei geplant, auch die Kooperation mit Foxconn/Ennoconn voranzutreiben. Mittelfristig sollen Synergien von rund 40 Millionen Euro entstehen.

PNE bestätigt möglichen Komplettverkauf - Preisvorstellung unter Kurs

Der Windparkentwickler PNE liegt offenbar weiterhin wie Blei im Verkaufsregal. Das Unternehmen teilte am Montagabend mit, dass die von ihr initiierte Investorensuche den Erwerb von bis zu 100 Prozent ihrer Aktien umfasse und bestätigte damit in diesem Punkt einen vorhergehenden Bericht des "Handelsblatt". Allerdings deute das erhaltene Marktinteresse darauf hin, dass die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des derzeitigen Börsenkursniveaus der PNE-Aktie liegen. Der Medienbericht hatte hingegen Hoffnungen auf einen Aufschlag gemacht.

Die PNE-Aktie, die in Reaktion auf diesen im Vergleich zum Xetra-Handelsschluss noch deutlich zugelegt hatte, rutschte zuletzt in fast dem gleichen Umfang ins Minus und gab um rund 4 Prozent nach.

Im Januar 2023 war bekanntgeworden, dass die von Morgan Stanley kontrollierte Photon Management GmbH den Verkauf ihres Anteils an PNE von 48 Prozent abgeblasen hatte. "Es werden momentan viele Gespräche mit Investoren geführt. Aber die Lage auf dem Markt ist, wie sie ist. Der Ausgang ist absolut offen", zitierte die Zeitung am Montag einen Insider. Mit Ergebnissen sei nicht vor dem Herbst zu rechnen. Die Aktionäre seien über den Vorgang bereits informiert.

Sollte sich ein Käufer finden, rechneten Insider mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro, hatte es in dem Bericht geheißen. An der Börse ist PNE zurzeit knapp 760 Millionen Euro wert.

Nachrichten International

Samsung dürfte Bewertungsaufschlag gegenüber SK Hynix ausbauen

Samsung könnte seinen Bewertungsaufschlag gegenüber SK Hynix dank steigender HBM-Marktanteile ausweiten. UBS erwartet, dass Samsungs Anteil an den HBM-Auslieferungen von 20 Prozent im Jahr 2025 auf 31 Prozent 2026 und 40 Prozent 2027 steigt. Die HBM4-Ausbeute soll zudem rund 80 Prozent erreicht haben und damit deutlich über dem Niveau von unter 60 Prozent zu Beginn der Massenproduktion liegen.

Riot steigt nach Milliardenvertrag mit Anthropic

Anthropic soll mit Riot Platforms einen Vertrag über 9,1 Milliarden US-Dollar zur Nutzung von Rechenzentrumskapazitäten geschlossen haben. Die Vereinbarung umfasst 191 Megawatt am Standort Rockdale in Texas und läuft bis Juni 2048, wobei Verlängerungsoptionen den Gesamtumsatz auf bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar erhöhen könnten. Riot-Aktien legten im nachbörslichen Handel zeitweise um 25 Prozent auf 24,40 US-Dollar zu.

Intel erwägt Aufstockung der Kapitalerhöhung auf 20 Milliarden Dollar

Intel will einem Bericht zufolge bei einer Aktienplatzierung rund 20 Milliarden US-Dollar aufnehmen und damit ein Drittel mehr als ursprünglich geplant. Die Aktien könnten zu mindestens 95 US-Dollar je Stück angeboten werden. Dies entspräche einem Abschlag von etwa 6,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Bitcoin vor US-Inflationsdaten unter Druck

Bitcoin stagniert bei knapp 64.000 US-Dollar, während Brent-Öl nach den festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und Iran auf rund 88 US-Dollar gestiegen ist. Die höheren Energiepreise könnten den Inflationsdruck verstärken und die zuletzt gesunkenen Zinssenkungserwartungen der Anleger belasten. Für die am Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreise rechnen Ökonomen mit einem Rückgang der Gesamtinflation auf 3,4 Prozent und der Kerninflation auf 2,5 Prozent.

Enthält Material von dpa-AFX

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