Reinhard Panse verwaltet die Depots der Superreichen. Seine Klienten rät der Frankfurter Vermögensverwalter derzeit dazu, den Anteil der US-Aktien im Depot zu verringern. Das sind seine Gründe.
Wer sein Geld von Reinhard Panse verwalten lassen möchte, muss mindestens einen siebenstelligen Betrag zur Verfügung haben, sonst fängt der Mitgründer und Chief Investment Officer der Frankfurter Finvia gar nicht erst mit dem Portfolioaufbau an.
Für Panses Klientel steht in der Regel der stetige Vermögensaufbau und vor allem der Vermögenserhalt – nach Inflation – an erster Stelle. Risken werden nur selten und dann auch nur klar begrenzt eingegangen.
Alle Modelle zeigen das gleiche Szenario an
Derzeit rät Panse seinen Klienten dazu, ihren Anteil der US-Aktien im Depot zu verringern, wie er in einem Interview mit dem Youtube-Kanal von BÖRSE ONLINE verriet. „Schon seit Ende 2024 haben US-Aktien europäische Aktien deutlich underperformed“, sagt Panse. Und anhand seiner Analysen ist er überzeugt, dass das auch noch auf lange Sicht so bleiben wird. Für seine Prognose, die sich auf den S&P 500 bezieht, legt Panse verschiedene Bewertungskennziffern wie etwa das Shiller-KGV zugrunde, „weil deren Vorhersagekraft in der Zehnjahresperformance sehr, sehr hoch ist.“ Das Ergebnis sei glasklar, so Panse: „Kein einziges unserer fünf Modelle, von denen wir drei bis zum Jahr 1900 zurückrechnen können, zeigt auch nur annährend eine positive Performance an.“
Das Shiller-KGV habe „um 1929 herum“ angezeigt, dass der S&P fallen werde, „und er fiel dann ja auch um 89 Prozent“. Dieses Modell habe auch Anfang 2000 angezeigt, dass der Index stark fallen wird, ebenso im Jahr 2007. „Im Jahr 2026 zeigt es erneut an, dass der Markt stark fallen wird“, erklärt Panse im Interview.
Was die Geldmenge M2 mit der Börse zu tun hat
Dass der US-Aktienmarkt nur noch sehr wenig Luft nach oben hat, lasse sich auch an anderen Größen ableiten, erklärt der erfahrene Vermögensverwalter. So entspreche etwa die US-Geldmenge M2 nur noch 22 Prozent des Wertes der börsengehandelten US-Aktien. „Wenn 22 Prozent der aktuellen Aktionäre ihre Aktien verkaufen, dann ist die gesamte Geldmenge auf den Konten derer, die gerade verkauft haben.“ M2 entspricht der Summe aller Guthaben in Dollar, also inklusive Sparguthaben, Girokonten, Festgeld oder Geldmarktfonds. Warum das ein Problem ist, erklärt Panse wieder anhand der Geschichte: Vor dem großen Crash 1929 habe der Wert aller Aktien die Geldmenge um das 3,6-fache überstiegen. Heute sei es das 4,5-fache. „Das sind extreme Verhältnisse.“
Und so hat Panse angefangen. Geld umzuschichten, vor allem nach Europa. „Wir haben sogar zum ersten Mal Staatsanleihen gekauft“, sagt Panse. Warum, wo und welche Aktien und Anleihen? Das erfahren Sie im Video auf unserem Youtube-Kanal.
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Fragen und Antworten zu Reinhard Panse
Wer ist Reinhard Panse?
Reinhard Panse ist Mitgründer und Chief Investment Officer (CIO) des Multi-Family-Offices Finvia in Frankfurt am Main. Der erfahrene Vermögensverwalter legt seit mehr als drei Jahrzehnten das Geld großer Kunden und Stiftungen aktiv an. Klienten müssen mindestens siebenstellige Beträge zur Verfügung haben.
Warum rät Reinhard Panse im Oktober/November 2026 von US-Aktien ab?
Die Börsen-Bewertungsmodelle, die der Chief Investment Officer von Finvia heranzieht, zeigen nach seiner Aussage für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre keine positive Performance des S&P 500-Index an.
Heißt das, dass keine US-Aktie steigt?
Nein. Das heißt es nicht. Es geht um den S&P 500-Index als Ganzes. Allerdings ist dessen Bewertung natürlich auf die hohe Bewertung einzelner, darin enthaltener Titel zurückzuführen, so dass die statistische Aussage – in Summe – auch für diese Aktien gilt. Das schließt nicht aus, dass einzelne, hoch bewertete Aktien dennoch steigen können.