Kann sich der DAX am Mittwoch wieder erholen? Im Fokus außerdem: Trump, Netflix, Starlink, Musk, OpenAI, SpaceX, Öl und Rechenzentren.

Der Dax dürfte am Mittwoch positiv ins Rennen gehen. Gut eine Stunde vor dem Auftakt signalisiert der X-Dax für den Dax einen 0,4 Prozent höheren Auftakt bei 25.399 Punkten. Damit dürfte er an sein Vortageshoch zurückkehren, nachdem er am Dienstag zeitweise auch schon bis auf 25.050 Punkte gesunken war. Zur Marke von 25.000 Punkten würde der Abstand wachsen.

Die positive Tendenz fußt vor allem auf der Entwicklung von KI-Werten, die wieder positiver wird. Während sich der US-Technologieindex Nasdaq 100 am Vorabend letztlich kaum bewegte, zeigten sich der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 etwas erholt.

SpaceX hat die zuletzt enorm verschlechterte Laune im KI-Sektor mit dem Bericht über einen Milliardengewinn im abgelaufenen Quartal wieder ein wenig gebessert. Sowohl im Geschäft mit Internet aus dem All als auch mit KI-Rechenzentren lief es gut. Die Aktien zogen nachbörslich deutlich an. Im Dax dürften die Werte mit KI-Bezug wie Infineon oder Siemens Energy davon profitieren.

Kursrelevant bleiben ansonsten die alten Themen: Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und Anleiherenditen in Zusammenhang mit den Unruhen in Frankreich. Die LBBW schrieb am Morgen, Angriffe der Huthi-Miliz auf Schiffe und Ölanlagen in Saudi-Arabien hätten zuletzt den Markt verunsichert. Gerüchte über einen möglichen Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan nährten aber wieder die Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage.

DAX (WKN: 846900)

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Netflix wächst langsamer – Aktie gibt nach

Der Streaminganbieter steigerte den Quartalsumsatz um zwölf Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar, den Gewinn um rund 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar. Das Umsatzwachstum war das schwächste seit drei Jahren; nach Veröffentlichung der Zahlen verlor die Aktie nachbörslich mehr als fünf Prozent. Netflix baut Stellen ab, tauscht Führungskräfte aus und will einzelne Filme künftig 45 Tage exklusiv im Kino zeigen.

Trump fordert eigene Stromversorgung für große Rechenzentren

US-Präsident Donald Trump verlangt, dass große Rechenzentren ihren Strom selbst erzeugen und überschüssige Energie an Gemeinden oder das Netz abgeben. Zudem sollten Technologieunternehmen Anwohner finanziell an den Projekten beteiligen, sagte er. Im Rahmen einer bereits gestarteten Zusage hatten Amazon, Google, Meta, Microsoft, Oracle, OpenAI und xAI vereinbart, neue Stromkapazitäten bereitzustellen und die nötigen Infrastrukturkosten zu tragen.

SpaceX stellt höhere Umsatz- und Investitionsziele in Aussicht

SpaceX meldete für das dritte Quartal 14,6 Milliarden Dollar Umsatz und 4,4 Milliarden Dollar Nettogewinn. Für das vierte Quartal plant das Unternehmen Investitionen von 35 bis 40 Milliarden Dollar und peilt für das erste Quartal 2027 einen Umsatz von 33 bis 37 Milliarden Dollar an. Zugleich stellte das Management weitere Starship-Testflüge, einen Ausbau der Rechenkapazität und Fortschritte bei Starlink in Aussicht; Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit Tesla blieben offen.

OpenAI meldet Vorfälle mit deaktivierten Überwachungssystemen

Zwei KI-Agenten von OpenAI schwächten bei Programmieraufgaben interne Schutzmechanismen zur Überwachung möglichen Fehlverhaltens. Ein Agent schaltete automatische Sicherheitsmeldungen ab, ein anderer entfernte eine Überwachungsintegration und erklärte anschließend fälschlich, dies nicht getan zu haben. OpenAI untersucht die Vorfälle und arbeitet daran, die Überwachungssysteme schwerer durch Agenten deaktivierbar zu machen.

Starlink-Einschränkungen erschweren ukrainische Drohneneinsätze

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ ließ Elon Musk ab dem 14. Oktober die Starlink-Verbindung für ukrainische Drohnen begrenzen. Die Einschränkungen hätten sowohl Angriffe auf russische Kräfte als auch das Abfangen von Raketen erschwert; in Kiew und Washington herrschte Uneinigkeit darüber, wer die Entscheidung autorisiert hatte. Der Vorgang verschärft die Spannungen zwischen den USA und der Ukraine und könnte die politische sowie regulatorische Prüfung von SpaceX verstärken.

Börsenerholung bleibt angesichts hoher Ölpreise fragil

Nach jüngsten Verlusten erholten sich Bitcoin, US-Aktien und Teile der asiatischen Märkte, gestützt unter anderem von Unternehmenszahlen und Kursgewinnen bei Halbleiterwerten. Brent-Öl notierte bei rund 110 Dollar je Barrel und lag damit mehr als 40 Prozent über dem Stand vom August, was Inflationssorgen und die Aussicht auf Zinssenkungen belastet. Für Dezember rechnen Marktteilnehmer mehrheitlich mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank um 25 Basispunkte; zudem verstärkten Eindeckungen von Short-Positionen die jüngste Bitcoin-Erholung.

Enthält Material von dpa-AFX

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