Der „Big Short“-Investor galt bislang als einer der größten Skeptiker des KI-Booms und warnte vor überhitzten Bewertungen und fehlendem ROI. Doch ein neuer Beitrag lässt nun aufhorchen.

Michael Burry warnt seit Monaten vor einer möglichen KI-Blase. Doch ein neuer Substack-Beitrag wirft die Frage auf, ob er seine Meinung geändert haben könnte. Burry schrieb, dass es sich die US-Regierung aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung kaum leisten könne, dass der KI-Ausbau ins Stocken gerät.

KI wird für die USA immer wichtiger

Daten der US-Notenbank verdeutlichen die Dimension: KI-nahe Investitionen in Software, Rechenzentren, IT-Hardware und Strominfrastruktur steuerten im ersten Quartal 2026 rund 1,36 Prozentpunkte zum annualisierten US-Wirtschaftswachstum bei. Gleichzeitig betrachtet die US-Administration KI als strategisches Wettrennen mit China. Der Staat greift deshalb teils direkt ein: So hält die US-Regierung inzwischen rund 9,9 Prozent an Intel.

KI wird für die US-Wirtschaft damit zunehmend zu einem kritischen Faktor. Laut Burry „kann es sich Trump nicht leisten“, den KI-Boom scheitern zu lassen. Wie Trump das konkret verhindern könnte, verriet Burry jedoch nicht.

So könnte Washington den KI-Boom stützen

Es gäbe durchaus einige nicht unbedeutende Hebel, mit denen die US-Regierung die KI-Branche stützen könnte. So könnte sie Genehmigungsverfahren für Rechenzentren beschleunigen, Steueranreize oder Kredite für Projekte vergeben oder den Export amerikanischer KI-Technologie erleichtern. Zudem kann der Staat selbst über Behörden zusätzliche KI-Nachfrage schaffen.

Doch all diese Maßnahmen können Burrys Kernproblem nicht lösen: Am Ende müssen sich die gigantischen Investitionen wirtschaftlich auszahlen. Bleibt der Return on Investment hinter den Erwartungen zurück, drohen Abschreibungen, Margendruck und fallende Bewertungen. Deshalb bleibt Burry bei mehreren KI-Aktien nach wie vor short, darunter Nvidia, Micron, Oracle, Palantir, Nebius und CoreWeave.

Fazit: Entscheidend ist der ROI

Letztlich dürfte sich der KI-Boom daran entscheiden, ob aus den enormen Investitionen genügend Gewinne und Produktivitätsfortschritte entstehen. Die US-Regierung kann den Ausbau stützen und beschleunigen – dauerhaft ersetzen kann sie einen überzeugenden wirtschaftlichen Nutzen aber nicht.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum ist Michael Burry skeptisch gegenüber dem KI-Boom?

Burry kritisiert vor allem die hohen Bewertungen vieler KI-Aktien und bezweifelt, dass sich die enormen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur langfristig ausreichend auszahlen.

Hat Michael Burry seine Meinung zum KI-Boom geändert?

Nicht grundsätzlich. Er bleibt bei mehreren KI-Aktien short. Neu ist vor allem seine Einschätzung, dass die US-Regierung ein starkes Interesse daran hat, den KI-Boom am Laufen zu halten.

Wie könnte die US-Regierung den KI-Boom unterstützen?

Mögliche Maßnahmen wären schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, staatliche Kredite und Steueranreize, Exportförderung für US-KI-Technologie sowie zusätzliche KI-Nachfrage durch Behörden.