Der größte Abwärtsdruck ist aus dem Silberpreis zwar erst einmal heraus. Mehr als der Versuch, einen nachhaltigen Boden auszubilden, ist bei dem Edelmetall zurzeit aber noch nicht zu erkennen. 

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 05. August in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 33/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Für eine erste Hürde sorgt eine Kombination um 60/60,90 US-Dollar, wo sich das Drei­wochenhoch und die 38-Tage-Linie bewegen. Noch wesentlich robuster ist aber eine um 63,20/64 Dollar liegende ­Widerstandszone. Auf dem Niveau befinden sich nicht nur das Sechswochenhoch, sondern vor allem auch der sechsmonatige, vom Allzeithoch ausgehende Abwärtstrend. Der Ausbruch darüber wäre aus strategischer Sicht höchst bedeutend und könnte das Ende der Silber-Baisse einläuten. Wohlgemerkt müsste dann aber auch noch der um 70,70 Dollar verlaufende 200-Tage-Durchschnitt signifikant zurückerobert werden, was wohl oberhalb von 74,50 Dollar der Fall wäre, wo sich das erste bedeutende logarithmische (38,2-Prozent-)Fibonacci-Retrace­ment der Januar-Juni-Abwärtswelle befindet. 

Hält sich der Silberpreis angesichts der mittel- und langfristig anhaltend stark überverkauften Lage zumindest auf dem aktuellen Niveau, dann wird der Ausbruch aus dem Abwärtstrend noch im Laufe des Augusts gelingen. Bleibt der Trend aber intakt, wird es zu einem neuen zyklischen Tief unterhalb von 54,73 Dollar kommen. Dann könnte es doch noch zu dem typischen Rücksetzer an die 50-Dollar-Marke kommen, wo sich bekanntlich etwa 45 Jahre lang das Top beim Silberpreis befand. Verstärkt wird die dortige Unterstützung durch einen im Sommer 2025 ausgebildeten Aufwärtstrend. Das logarithmische 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement der 2025/2026er-Hausse macht die 50er-Unterstützung zu einer äußerst soliden. Sollte es mit einem Achtmonatstief doch darunter gehen, könnte die im Oktober 2025 ausgebildete, waagrechte Zone um 45,50 Dollar stabilisierend wirken. Eine anderthalbjährige Aufwärtstrendlinie würde zurzeit sogar noch eine Korrektur bis etwa 36 Dollar hinab zulassen, und der vierjährige Aufwärtstrend verläuft sogar erst um 29 Dollar. Allein das verdeutlicht, wie weit der Silberpreis zur Jahreswende vorgeprescht war.

Capped-Call auf Silber

Ebenso wenig wie der ­Silberpreis ist der vor vier Wochen empfohlene Capped-Call angesprungen. Das kann sich angesichts von 55 Prozent Gewinnpotenzial, was einer Seitwärtsrendite entspricht, aber bald ändern. Die Restlaufzeit beträgt noch viereinhalb Monate, und in dieser Zeit sollte der 55er-Cap per saldo behauptet werden. Das gelingt, wenn der 14-monatige Aufwärtstrend weiter intakt bleibt. Beim Stop-Loss-Management gilt weiter die Taktik, dass die Position zur Verlustbegrenzung verkauft wird, wenn es einen Schlusskurs bei Silber unter 50 Dollar gibt.

Sie wollen weitere starke Analysen lesen? Dann werfen Sie jetzt einen Blick auf das exklusive BÖRSE ONLINE Probe-Abo.

Weiterführende Links