So startet der DAX in die neue Woche. Im Fokus stehen folgende Themen: Trump, Öl, Nike, Bitcoin, Hannover Rück, E.on, Vonovia, Eisen und Datacenter.
Der Dax kommt ohne frischen Schwung aus dem Wochenende. Nach dem kleinen Plus vom Freitag taxierte der Broker IG den deutschen Leitindex am Montag knapp vor dem Xetra-Handelsstart 0,2 Prozent tiefer auf rund 26.000 Punkte. Am Freitag war der Dax zeitweise bis auf 26.167 Punkte gestiegen, hatte dann jedoch vor der 21-Tage-Linie wieder abgedreht. Das jüngste Rekordhoch bei 26.618 Punkten scheint zunächst nicht wieder auf der Agenda zu stehen. Die Lage am Ölmarkt bleibt aber durch den wieder hochgekochten Iran-Krieg angespannt. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent hält sich auf dem höchsten Niveau seit Juni. Derweil schaffen es die technologielastigen asiatischen Indizes wie der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 am Morgen auf das höchste Niveau seit fast zwei Wochen. Trotz aller Diskussionen um die Bewertungen kippe die KI-Anlagestory nicht, kommentierte Marktexperte Stephen Innes.
Häufig gestellte Fragen
UBS hebt Eon auf 'Buy' - Ziel hoch auf 20 Euro
Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Eon von 19,50 auf 20 Euro angehoben und die Aktien von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft. Nach der jüngsten Underperformance der Papiere sieht Analystin Wanda Serwinowska nun eine gute Einstiegschance, wie sie am Sonntag schrieb. Der Markt habe vor allem die Regulierungsrunde für Gas im Blick. Dabei sorgten vor allem Stromnetze für Wachstum bei Eon. Deutschland müsse die Balance schaffen zwischen erlaubten Renditen und den für den Netzausbau notwendigen Investitionen. Serwinowska erwartet die vom Regulierer zugestandene Gesamtkapitalverzinsung (WACC) für Strom bis zu 160 Basispunkte über der für Gas. Und Eon habe es immer wieder geschafft, noch mehr zu verdienen - dank Kosten-Outperformace und sonstigen Gewinnen.
Goldman senkt Vonovia auf 'Neutral' - Runter von Empfehlungsliste
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Vonovia von 29,50 auf 21,20 Euro gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Damit fallen die Papiere des Wohnimmobilienkonzerns auch aus der "Conviction List" mit den überzeugendsten Empfehlungen von Goldman heraus. Der Tenor auf der Branchenkonferenz am vergangenen Donnerstag sei vor dem Hintergrund steigender Zinsen vorsichtig gewesen, auch wenn für gute Chancen noch ausreichend Finanzierungsmittel zur Verfügung stünden, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jonathan Kownator am Montag. Die operativen Trends und namentlich das Mietwachstum blieben recht solide. Kownator passte seine Schätzungen und Kapitalkostenprognosen an. Bei Vonovia habe sich seine lange bestehende Anlagethese nicht ausgezahlt. Vor allem die Zinsen bremsten die Konzernstrategie, aber auch die Politik sorge in Berlin für anhaltende Unsicherheit.
Hannover Rück stellt sich auf weiteren Preisrückgang ein
Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück stellt sich bei der kommenden Vertragserneuerung im Schaden- und Unfallgeschäft auf einen weiteren Preisrückgang ein. Wegen des wettbewerbsintensiven Marktumfelds dürften die Preise für Rückversicherungsschutz zum 1. Januar leicht zurückgehen, teilte der Dax-Konzern am Montag beim Branchentreffen in Monte Carlo mit. Vorstandschef Clemens Jungsthöfel verspricht sich dennoch "profitable Wachstumsmöglichkeiten" für die Hannover Rück.
Seit dem Wochenende treffen sich Rückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück wie jedes Jahr mit Erstversicherern wie Allianz und Generali sowie Maklern im Fürstentum Monaco, um über die Preise und Konditionen für die Vertragserneuerung zum kommenden Jahreswechsel zu beraten.
Nach immensen Prämienerhöhungen vor wenigen Jahren wird Rückversicherungsschutz im Schaden- und Unfallgeschäft für Erstversicherer seit Anfang 2025 wieder billiger. Ratingagenturen gehen davon aus, dass sich dieser Trend 2027 fortsetzt.
Die Hannover-Rück-Spitze hofft, dass sie die Vertragsbedingungen gegenüber den Erstversicherern abseits der reinen Preise überwiegend stabil halten kann. Langfristige Risikotreiber wie Erdbeben, Klimawandel, Inflation und die Konzentration von Vermögenswerten in exponierten Regionen blieben unverändert. Zugleich sei die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen im bisherigen Jahresverlauf insgesamt moderat ausgefallen.
US-Datenzentren könnten sich bis 2030 verdreifachen
In den USA sind derzeit rund 90 Großrechenzentren mit mehr als 100 Megawatt Leistung in Betrieb, bis 2030 könnten es etwa 280 sein. Für Rechenzentren werden bis dahin Investitionen von rund 7 Billionen Dollar erwartet. Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta haben laut Kobeissi seit Beginn des KI-Booms Mietverträge im Wert von mehr als 1,5 Billionen Dollar abgeschlossen.
Trumps Zustimmung fällt auf Tiefstand
Laut einer Umfrage der Financial Times unterstützen nur noch 33 Prozent der registrierten Wähler die Amtsführung von US-Präsident Donald Trump. Auch unter Republikanern sank die Zustimmung auf 72 Prozent, während 57 Prozent angaben, finanziell schlechter dazustehen. Zudem lehnten 56 Prozent die von Trump verhängten 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar ab.
Nike verliert Platz im S&P 500
Nike scheidet am 21. September nach fast 18 Jahren aus dem S&P 100 aus und bleibt im breiteren S&P 500 vertreten. Dell Technologies, Palo Alto Networks, Arista Networks und SanDisk rücken in den Index auf. Der Marktwert von Nike ist nach stagnierendem Umsatz und Rückgängen im Direktgeschäft, bei den Digitalverkäufen und in China auf rund 57 Milliarden Dollar gesunken.
Eisenerz steigt erstmals seit sieben Wochen über 100 Dollar
Der Preis für Eisenerz kletterte in Singapur zeitweise um 1,6 Prozent auf 101,10 Dollar je Tonne. Auslöser waren unter anderem die Auflösung von Wetten auf Kokskohle, erwartete Lageraufstockungen in China vor den Feiertagen und höhere Frachtkosten. Auch die in Yuan gehandelten Kontrakte legten zu, während chinesische Kokskohle-Futures nach ihrer jüngsten Rally nachgaben.
Orionx schließt, Polen blockiert Kryptogesetz
Die chilenische, von Tether unterstützte Kryptobörse Orionx stellt nach einem Prüfbericht über eine Verwahrlücke von mehr als sieben Millionen Dollar den Betrieb ein. Das polnische Parlament verfehlte die nötige Mehrheit zur Aufhebung des Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen ein Kryptogesetz, während sich die Ermittlungen gegen Zondacrypto ausweiten. Die National Sheriffs’ Association gab ihren Widerstand gegen den US-amerikanischen CLARITY Act auf und erklärte sich vor der entscheidenden Senatsabstimmung für neutral.
Enthält Material von dpa-AFX