Zuletzt fuhr die Continental-Aktie nur seitwärts. Die Aktienanleihe bietet Anlegern einen Puffer von 16 Prozent und eine Renditechance von über sieben Prozent
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 14. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 43/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Viel Grund zum Feiern gibt es derzeit in der deutschen Automobilindustrie nicht. Sowohl Aktien von Autobauern als auch von zahlreichen Zulieferern notieren auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Zu den wenigen Ausnahmen zählt der Anteilschein von Continental. Von Herbst 2024 bis Anfang 2026 gab das Papier mächtig Gas und schraubte sich um über 50 Prozent nach oben. Seither bewegt sich der DAX-Wert mehrheitlich in einer Bandbreite zwischen 64 Euro und 77 Euro. Zahlreiche Analysten veröffentlichten zuletzt positive Studien zum Reifenhersteller. Nachhaltige positive Impulse blieben bisher allerdings aus.
Katalysator für eine Erholung könnten die Zahlen zum dritten Quartal sein. Zum Quartalsschluss veröffentlichte der Konzern bereits einige Hinweise. Demnach entwickelte sich das Reifengeschäft im Pkw-Bereich weiterhin schwierig. So waren die Absätze sowohl in Europa als auch in den USA und China rückläufig. Ein robustes Geschäft im Nutzfahrzeugbereich dürfte einen Teil des daraus entstandenen Umsatzrückgangs jedoch kompensiert haben. Im zweiten Quartal verbuchte der Konzern bereits einen Umsatzrückgang und meldete dennoch einen kräftigen Anstieg des Ebit. Analysten wie Thomas Besson von Kepler Cheuvreux erwarten, dass auch in Q3 ein Ergebnisanstieg eingefahren wurde.
Anfang Juli wurde schließlich der Verkauf der Contitech-Sparte an den Finanzinvestor Lone Star Funds unterschrieben. Ein Abschluss der vier Milliarden Euro schweren Transaktion ist für Ende des Jahres geplant, sofern alle Behörden zustimmen. Das Ebit-Ziel für das laufende Jahr wurde dennoch bereits angehoben.
Nach der Trennung von Vitesco Technologies (Antriebskomponenten) 2021, Aumovio (Assistenzsysteme, Bremsen, Elektronik) 2025 und Contitech (Kunststoffsparte) voraussichtlich 2026 beschränkt sich das Geschäft von Continental nur noch auf Reifen. Morgan Stanley stufte kürzlich das Papier von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel zugleich von 62 auf 78 Euro an. Die US-Investmentbank setzt darauf, dass höhere Margen in den USA und ein wachsender Anteil hochwertiger Ultra-High-Performance-Reifen (UHP) den Gewinn antreiben. In einer ähnlichen Region liegt auch das Kursziel von Kepler-Cheuvreux-Experte Besson. Mit einem KGV von rund elf und einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent ist die Aktie zudem moderat bewertet.
Mit Kupon und Puffer
Kursrücksetzer aufgrund einer insgesamt schlechten Stimmung an den Aktienmärkten sind jedoch nicht ausgeschlossen. Die ausgewählte Aktienanleihe ist ein Hybrid aus Aktie und Anleihe. Zum Laufzeitende im September kommenden Jahres erhalten Anleger unabhängig vom Aktienkurs den Zinskupon von 8,6 Prozent pro Jahr ausbezahlt. Bei der Bestimmung des Rückzahlungsbetrags kommt der Aktienkurs jedoch schon ins Spiel. Liegt der Aktienkurs auf Höhe des fixierten Basispreises von 47,50 Euro, wird der Nominalbetrag von 1.000 Euro ausbezahlt. Andernfalls erhalten Inhaber des Papiers eine festgelegte Zahl von Aktien. Dies könnte gegebenenfalls zu Verlusten führen. Aktuell weist das Papier somit einen Puffer von über 16 Prozent auf. Zuletzt tauchte die Aktie im Frühjahr vergangenen Jahres unter 47,50 Euro.
Angesichts des bevorstehenden Verkaufs von Contitech für rund vier Milliarden Euro zuzüglich erfolgsabhängiger Zahlungen von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren, steht eine mögliche Sonderdividende oder eine Kombination aus Sonderdividende und Aktienrückkauf im Raum. Inhaber von Aktienanleihen haben zwar keinen Dividendenanspruch. Im Fall einer Sonderdividende werden sie jedoch wirtschaftlich neutral gestellt. Am Ex-Tag der Sonderdividende wird der Basispreis somit entsprechend angepasst.