Das neue Altersvorsorgedepot soll 2027 die Riester-Rente ersetzen – doch das geplante staatliche Standarddepot könnte erstmal fehlen. Was das für Sparer bedeutet.
Die Bundesregierung hat ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot auf den Weg gebracht, das ab 2027 die unbeliebte Riester-Rente ablösen soll. Doch an einer pünktlichen Umsetzung könnte es hapern, wie das "Handelsblatt" nun berichtet.
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Das neue Altersvorsorgedepot und das Problem mit dem Standarddepot
Der Grund: Neben staatlich geförderten Depots privater Anbieter ist auch ein staatlich verwaltetes Standarddepot vorgesehen, das insbesondere Menschen ohne Anlageerfahrung einen einfachen und kostengünstigen Einstieg ermöglichen soll. Doch die Idee eines staatlichen Standarddepots habe diejenigen, die es in der Regierung umsetzen müssen, völlig unvorbereitet getroffen, so das Magazin.
Das Finanzministerium suche gerade einen öffentlichen Träger, der solche Depots in großer Zahl anbieten und effizient verwalten kann. Als Kandidaten kämen zwar beispielsweise die Bundesbank und der Kenfo infrage – doch diese sind auf die Anforderungen des Standarddepots nicht ausreichend vorbereitet. Zudem würde allein eine wohl dafür vorgeschriebene europarechtliche Ausschreibung mehrere Monate in Anspruch nehmen.
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Gibt es ein staatliches Standarddepot ab 2027? Experten zweifeln
Martin Bechtloff vom Vermögensverwalter Franklin Templeton sagt deshalb dem Magazin: „Wir glauben nicht, dass zum 1. Januar 2027 eine staatliche Lösung für das Altersvorsorgedepot angeboten wird. Sogar für private Anbieter ist die Zeit knapp."
In Regierungskreisen rechne man dem Bericht zufolge inzwischen damit, dass der Starttermin nicht zu halten sei – auch wenn das Finanzministerium offiziell weiter am 1. Januar 2027 festhält. Das könnte bedeuten, dass das neue Altersvorsorgedepot 2027 zunächst ohne staatliches Standarddepot an den Start geht und dieses erst zu einem späteren Zeitpunkt folgt.
Altersvorsorgedepot ohne Standardangebot: Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger hätte das weitreichende Folgen: Zum Start des neuen Altersvorsorgedepots können sie zunächst ausschließlich Angebote privater Anbieter wählen. Besonders Menschen mit wenig Finanzwissen, die fürs Alter vorsorgen wollen, verlieren damit eine günstige und unkomplizierte Einstiegsoption – und müssten sich ohne eine günstige, verlässliche Referenz durch ein breites Angebot unterschiedlichster Produkte und Anbieter navigieren.
Gleichzeitig könnte sich der Wettbewerb zwischen Brokern, Banken und Versicherern weiter verschärfen – was Anlegern immerhin erstmal niedrigere Kosten und eine breitere Auswahl an Anlageoptionen bescheren könnte.
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Häufige Fragen
Was ist das neue Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Es ist der Nachfolger der Riester-Rente und soll Erwerbstätigen sowie Selbstständigen ein flexibleres und renditeorientiertes Investieren ermöglichen.
Wann startet das neue Altersvorsorgedepot?
Das neue Altersvorsorgedepot startet offiziell am 1. Januar 2027.
Warum könnte das staatliche Standarddepot zum Start fehlen?
Das Finanzministerium hat Berichten zufolge noch keinen geeigneten öffentlichen Träger gefunden. Mögliche Kandidaten wie Bundesbank oder Kenfo sind auf die Anforderungen nicht vorbereitet, und eine Ausschreibung würde allein schon Monate dauern.