Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot können junge Familien dank Kinder- und Grundzulagen gut fürs Alter vorsorgen. Aber ist es für alle Familien geeignet?
Ein Kind bedeutet oft weniger Einkommen und zugleich höhere Ausgaben. Ein Elternteil arbeitet meist vorübergehend weniger, während die Kosten durch den Nachwuchs steigen. Die Altersvorsorge gerät dann immer mehr in den Hintergrund.
Das geplante Altersvorsorgedepot kann hier helfen: Es verbindet kleine Eigenbeiträge mit staatlicher Förderung. Die Kinderzulage ist besonders attraktiv – allerdings gibt es auch einen Haken.
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Was ist das Altersvorsorgedepot?
Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Sie können stärker in Fonds oder ETFs investieren als klassische Garantieprodukte. Je nach Vertrag sind so höhere Renditechancen, aber auch Kursverluste möglich. Außerdem sollten Anleger beachten, dass die Förderung direkt in den Vertrag fließt und nicht als kurzfristiges Haushaltsgeld verfügbar ist.
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Welche Förderung gibt es?
Kinderzulage: Bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr, wenn ein zulageberechtigter Elternteil bis zu 300 Euro selbst einzahlt. Die Zulage erhält grundsätzlich ein Elternteil und sie wird dem Depot gutgeschrieben.
Grundzulage: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, danach 25 Prozent bis 1.800 Euro. Maximal sind 540 Euro pro Jahr möglich.
Bonus für sehr junge Eltern: Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch nicht 25 ist, soll einmalig 200 Euro erhalten.
Kindererziehungszeit: Mütter und Väter sollen während der ersten drei Jahre grundsätzlich förderberechtigt sein, wenn die Kindererziehungszeit korrekt beantragt und erfasst ist.
Beispielrechnung für junge Familien: 25 Euro im Monat fürs Altersvorsorgedepot
Bei 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr und einem Kind ergibt sich folgende Rechnung:
Eigenbeitrag: 300 Euro
Grundzulage: 150 Euro
Kinderzulage: 300 Euro
Insgesamt im Vertrag: 750 Euro
Die staatliche Förderung beträgt damit 450 Euro – vor Kosten, Wertentwicklung und späterer Besteuerung. Achtung: Für unmittelbar Förderberechtigte ist nach aktuellem Stand grundsätzlich ein eigener Jahresbeitrag von mindestens 120 Euro vorgesehen.
Vorteile für junge Eltern
- Hohe Förderung auf kleine Beträge: Gerade 25 oder 50 Euro im Monat können in der Familienphase realistisch sein.
- Ausgleich für geringere Sparfähigkeit: Die Kinderzulage kann einen Teil der fehlenden Eigenleistung für die Altersvorsorge auffangen, wenn ein Elternteil weniger arbeitet.
- Langer Anlagehorizont: Kleine Beiträge und Zulagen können über Jahrzehnte vom Zinseszinseffekt profitieren.
- Später aufstockbar: Die Sparrate kann steigen, wenn beide Eltern wieder mehr arbeiten oder Betreuungskosten sinken.
- Möglicher Steuervorteil: Das Finanzamt prüft, ob zusätzlich zu den Zulagen ein Sonderausgabenvorteil entsteht.
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Nachteile und Risiken
Die eigene Sparrate belastet das Familienbudget – und gerade nach der Geburt sind Ausgaben für den Alltag oft dringender. Das Depot ist aber kein Notgroschen und das Geld grundsätzlich langfristig gebunden.
Grundsätzlich beachten sollten Anleger: Bei einem Depot ohne Garantie sind Kursverluste möglich, auch wenn die Renditechancen höher sind. Außerdem werden in der Auszahlungsphase die Leistungen grundsätzlich besteuert.
Für wen ist das Depot besonders interessant?
Das Altersvorsorgedepot kann vor allem für Familien passen, die trotz kleiner Sparrate regelmäßig etwas zurücklegen können, einen langen Anlagehorizont haben und Kursschwankungen akzeptieren. Auch auf kleine Beträge gibt es eine hohe staatliche Förderung.
Das ist vor allem eine wichtige Möglichkeit zur Altersvorsorge, wenn man wegen der Betreuung der Kinder bei der eigenen gesetzlichen Rente zurücksteckt. Weniger geeignet ist es als erster Schritt für Familien ohne Rücklagen, mit dauerhaft überzogenem Konto oder akutem Geldmangel.
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Häufige Fragen
Was bringt das Altersvorsorgedepot jungen Eltern?
Junge Eltern können bereits auf kleine Eigenbeiträge staatliche Zulagen erhalten. Besonders wichtig ist die Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Zusätzlich ist eine Grundzulage von bis zu 540 Euro möglich. Das Depot kann deshalb helfen, auch während der Elternzeit und in Teilzeit weiter für das Alter vorzusorgen.
Wie hoch ist die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot?
Nach aktuellem Stand beträgt die Kinderzulage bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Die volle Zulage wird erreicht, wenn ein zulageberechtigter Elternteil bis zu 300 Euro im Jahr selbst einzahlt. Die Zulage wird nicht bar ausgezahlt, sondern dem Altersvorsorgevertrag gutgeschrieben.
Ist ein Altersvorsorgedepot trotz Elternzeit sinnvoll?
Das hängt vom Familienbudget ab. Ein kleiner Beitrag kann wegen der staatlichen Förderung attraktiv sein. Eltern sollten aber zuerst Rücklagen für kurzfristige Ausgaben bilden und teure Schulden abbauen. Die Sparrate sollte so niedrig angesetzt sein, dass sie auch bei weniger Einkommen und höheren Betreuungskosten dauerhaft tragbar bleibt.