Auch wenn der Ruhestand schon naht - der Einstieg in das neue Altersvorsorgedepot kann sich unter Umständen noch lohnen. Ein Überblick.

Das neue Altersvorsorgedepot soll ab 1. Januar 2027 starten. Es verbindet staatliche Förderung mit der Anlage am Kapitalmarkt. Auch wer nicht mehr lange bis zur Rente hat, kann noch einsteigen – sollte aber genauer rechnen als jemand, der gerade ins Berufsleben startet.

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Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch im höheren Alter?

Wer 55 Jahre alt ist, hat noch zehn Jahre bis zum Auszahlungsbeginn, der in der Regel bei 65 liegt. Das ist genug Zeit für Chancen am Kapitalmarkt, aber kein Polster, das Verluste kurz vor dem Ruhestand automatisch ausgleicht. Ein Depot ohne Garantie kann zum falschen Zeitpunkt deutlich im Minus stehen.

Für das Depot spricht die Zulage: Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt es 50 Prozent Förderung, auf die nächsten Beiträge bis zu einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro 25 Prozent. Die maximale Grundzulage liegt damit bei 540 Euro pro Jahr. Kinderzulagen können die Förderung weiter erhöhen. Besonders interessant wird das für Menschen, die Anspruch auf Förderung haben, regelmäßig einzahlen und ein günstiges Produkt finden.

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Altersvorsorgedepot mit 55: Was muss ich beachten?

Erstens: Förderberechtigung und Zulagenhöhe prüfen – der volle Zuschuss steht nicht automatisch jedem zu. Zweitens: Gebühren vergleichen. Kosten fressen Rendite, gerade wenn die Ansparzeit kürzer ist. Drittens: Nur Geld einzahlen, das bis zum Ruhestand entbehrlich ist. Das geförderte Kapital ist Altersvorsorge und vor Rentenbeginn nicht verfügbar.

Auch sinnvoll, wenn die Rente naht: Das Depot defensiver ausrichten und beispielsweise mit Geldmarktfonds oder Anleihen Schwankungen reduzieren. Außerdem soll es auch Produktangebote mit Garantien geben - je nach Angebot könnten diese bei höherem Sicherheitsbedürfnis für ältere Menschen sinnvoll sein.

Dazu kommen dann noch die Steuerregelungen: Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei; die Auszahlungen werden später nachgelagert besteuert. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf die Zulage schauen, sondern auch auf Kosten, Auszahlungsregeln und die eigene Steuersituation im Alter.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Dafür sprechen der staatliche Zuschuss, die steuerfreie Ansparphase und die Möglichkeit, breit gestreut am Kapitalmarkt anzulegen. Dagegen sprechen die Bindung des Geldes bis zur Auszahlungsphase, eine möglicherweise begrenzte Produktauswahl und – beim Depot ohne Garantie – das volle Anlagerisiko. Bei geringer Förderung oder hohen Gebühren kann ein normales ETF-Depot trotz fehlender Zulage die bessere oder flexiblere Lösung sein.

Weiterführende Links

Riester mit 55: wechseln oder behalten?

Ein bestehender Riester-Vertrag kann einfach weiterlaufen. Ab 2027 kommen aber je nach Situation weitere Möglichkeiten hinzu: in den neuen Förderrahmen wechseln oder das Guthaben in ein neues Altersvorsorgeprodukt übertragen. Bei einer Übertragung gelten die neuen Bedingungen; bisherige Garantien oder andere Vertragsvorteile können dadurch verloren gehen.

Mit 55 zählt besonders, wie nah die Auszahlungsphase ist und was der alte Vertrag tatsächlich noch bietet. Prüfen Sie die garantierte Leistung, die laufenden und möglichen Wechselkosten, die künftige Förderung sowie die prognostizierte Auszahlung. Ein älterer, günstiger Riester-Vertrag mit wertvollen Garantien kann gute Gründe zum Behalten liefern. Ist der Vertrag teuer oder renditeschwach und die neue Förderung attraktiv, kann ein Wechsel interessant sein – vorausgesetzt, Sie tragen das Anlagerisiko und können das Geld weiter gebunden lassen. 

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Häufige Fragen

Ab wann soll das neue Altersvorsorgedepot starten und für wen kann es sich kurz vor der Rente lohnen?

Das neue Altersvorsorgedepot soll am 1. Januar 2027 starten. Es kann sich auch für Menschen kurz vor der Rente lohnen, wenn sie förderberechtigt sind, regelmäßig einzahlen und ein günstiges Produkt finden. Mit 55 Jahren bleiben bei einem Auszahlungsbeginn mit 65 noch etwa zehn Jahre für die Kapitalanlage.

Welche Risiken und Kosten müssen ältere Anleger beim Altersvorsorgedepot beachten?

Ein Depot ohne Garantie kann kurz vor dem Ruhestand deutlich an Wert verlieren, weil Verluste weniger Zeit zur Erholung lassen. Gebühren können die Rendite bei einer kürzeren Ansparzeit besonders stark mindern. Das Geld bleibt bis zur Auszahlungsphase gebunden und sollte deshalb bis zum Ruhestand entbehrlich sein.

Sollten Sparer mit 55 Jahren ihren Riester-Vertrag behalten oder in ein Altersvorsorgedepot wechseln?

Ein bestehender Riester-Vertrag kann weiterlaufen. Ein Wechsel in den neuen Förderrahmen oder eine Übertragung des Guthabens kann interessant sein, wenn der alte Vertrag teuer oder renditeschwach ist und die neue Förderung attraktiv ausfällt. Bei der Übertragung können jedoch bisherige Garantien und andere Vertragsvorteile verloren gehen.