Das Altersvorsorgedepot soll niedrigen Renten entgegenwirken. Sparer können hier früh anfangen, bestimmte ETFs besparen und erhalten dafür eine Förderung vom Staat. Dadurch entsteht ein zusätzliches Finanzpolster für den Ruhestand. Doch wie viel müssen Sie investieren? Und was gibt der Staat dazu?
Ab dem 1. Januar 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot in Deutschland. Einige Anbieter werben jetzt schon mit dem neuen Finanzprodukt. Sein Vorteil liegt auf der Hand: Für jeden Euro, den Sparer einzahlen, gibt der Staat etwas dazu. Dadurch steigt der Depotwert schneller in die Höhe - allerdings nicht für Personen, die viel Geld investieren. Eine andere Komponente ist deutlich wichtiger.
Wichtig: Mit dem Start des Altersvorsorgedepots werden unzählige Menschen ein neues Depot eröffnen. Dadurch kann es zu Verzögerungen in der Legitimation kommen. Wer bereits jetzt sein Depot eröffnet und später ein Altersvorsorgedepot hinzubucht, spart wichtige Zeit und kann früher anfangen zu sparen. Ein Blick in den Depot-Vergleich von BÖRSE ONLINE hilft Ihnen bei der Suche.
So viel Förderung erhalten Sie beim Altersvorsorgedepot
Beim Altersvorsorgedepot können Sparer ausgewählte ETFs besparen, die eine Rendite abwerfen und so den Depotwert erhöhen. Sparer, die monatlich 100 Euro anlegen, zahlen somit 1.200 Euro pro Jahr ein. Der Staat legt dann 390 Euro in Form einer Grundzulage obendrauf. Der Zufluss von 1.590 Euro entspricht einer Förderquote von 33 Prozent.
Das Entscheidende beim Altersvorsorgedepot ist jedoch die Zeit. Je früher Sie anfangen zu sparen, desto höher ist am Ende der Gewinn. Eine einfache Rechnung veranschaulicht das: Nach 10 Jahren haben Sie 12.000 Euro eingezahlt, die der Staat mit 3.900 Euro bezuschusst. Bei einer Nettorendite von fünf Prozent ergibt sich ein Depotwert von rund 21.000 Euro. Nach 30 Jahren haben Sie bereits 36.000 Euro eingezahlt und der Staat hat 11.700 Euro beigesteuert. Aufgrund von Zinseszinseffekten entsteht in diesem langen Zeitraum ein Vermögen von knapp 64.000 Euro. Dieses Beispiel setzt natürlich voraus, dass die Regierung in 30 Jahren weiterhin den gleichen Zuschuss zahlt und die Börsen langfrsitig weiterhin ihre historische Durchschnittsrendite erwirtschaften.
Trifft dies zu, liegt der Renditegewinn nach 30 Jahren deutlich über den Fördergeldern und dem eingebrachten Eigenkapital - und das bei einer monatlichen Sparsumme von nur 100 Euro. Wer Kinder hat, erhält weitere Zuschüsse. Bei zwei Kindern beträgt diese Förderung 600 Euro jährlich.
Auf den Spar-Hebel achten
Zugegeben: Die oben genannte Rechnung stellt ein Idealbild dar. Verschiedene Faktoren können die Ergebnisse beeinflussen und dafür sorgen, dass die Erträge anders aussehen. Wer hätte denn auch vor 30 Jahren gedacht, dass Smartphones die Welt regieren oder KI die Märkte erobert? Dennoch gibt sie einen klaren Weg vor: Wer früher anfängt zu sparen, hat mehr Möglichkeiten, seine Rente zu genießen. Das trifft auf viele Rentenprodukte zu, allerdings ist das Altersvorsorgedepot dynamischer, flexibler und ermöglicht insgesamt deutlich höhere Renditen als Versicherungsprodukte.
Und es zeigt, dass bereits 100 Euro im Monat ausreichen können, um sich ein kleines Vermögen aufzubauen. Wer mehr investieren möchte, kann das tun. Die Grundzulage ist dann allerdings auf maximal 540 Euro gedeckelt. So sinkt rechnerisch die Förderquote auf ihr eingezahltes Geld. Investieren Sie etwa 150 Euro pro Monat, erreichen Sie eine jährliche Einlage von 1.800 Euro, die zu einer Grundzulage von 540 Euro führt. Das entspricht einer Förderquote von 30 Prozent. Der Ertrag liegt somit zwar höher, der Spar-Hebel ist jedoch geringer.
Trotzdem kann es sich lohnen, mehr Geld einzuzahlen, da beim Altersvorsorgedepot keine jährliche Vorabpauaschal anfällt, sondern alle Gewinne währen der Anspardauer steuerfrei sind. Erst bei Renteneintrit muss der Gesamtgewin versteuert werden. Wer jedoch während der Sparzeit flexibel bleiben und auch mal etwas Geld rausnehmen will, fährt mit einem klassischen ETF-Depot besser.
Jetzt schon vorsorgen!
Vor allem junge Sparer profitieren von dem neuen Finanzprodukt - vorausgesetzt, der Staat behält die Förderung bei. Und das Altersvorsorgedepot bietet mit ziemlicher Sicherheit eine deutlich höhere Rendite als eine klassische Riester-Rente. Dafür tragen Sparer dann allerdings auch das Kapitalmarktrisiko. Doch auch die Kinderzuschläge und die steuerliche Ersparnis während der Ansparphase sind klare Pluspunkte für das Altersvorsorgedepot.
Wer unter 40 ist und noch mindestens 30 Jahre bis zur Rente hat, kann schon jetzt im Depot-Vergleich von BÖRSE ONLINE den passenden Anbieter heraussuchen.
Weitere Musterrechnungen zum Altersvorsorgedepot finden Sie in diesem Artikel: Wenn Sie diesen Geld-Staubsauger einschalten, verdreifachen Sie Ihr Vermögen
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot von einem normalen ETF-Depot?
Ein normales ETF-Depot ist meist flexibler: Sie haben mehr Freiheit bei der Auswahl und können Ihr Geld einfacher bewegen. Das Altersvorsorgedepot ist zwar weniger frei, dafür erhalten Sie eine Förderung.
Lohnt sich ein Altersvorsorgedepot auch für Selbstständige?
Ja, denn Selbstständige erhalten sogar eine zusätzliche Förderung. Auch Geringverdiener und unter 25-Jährige erhalten eine weitere Förderung.
Was passiert mit dem Altersvorsorgedepot bei einem Börsencrash?
Dann wird es an der Börse erstmal unschön. Auf lange Sicht kann sich das aber wieder glätten - vorausgesetzt, man bleibt entspannt und denkt nicht nur bis zum nächsten Börsentag.