Noch bevor das geplante Altersvorsorgedepot an den Start geht, buhlen zahlreiche Anbieter um Marktanteile. Ein staatliches Angebot fehlt bislang jedoch. 

2027 soll das neue Altersvorsorgedepot starten – wahrscheinlich aber ohne das geplante staatliche Angebot. Verbraucherschützer und Sozialverbände warnen davor, dass die Interessen der Verbraucher im Wettbewerb um Gewinne ins Hintertreffen geraten könnten.

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Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor "Mogelpackung"

Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, Altersvorsorge dürfe nicht zur Mogelpackung werden, bei der am Ende vor allem die Anbieter verdienten und die Versicherten das Risiko trügen. „Wenn notwendige Beratung aber nur gegen hohe Gebühren zu bekommen ist, die mögliche Renditen deutlich schmälern und damit das Ergebnis der Sparenden verschlechtern, wird das Ziel der Reform verfehlt“, warnte sie.

Es brauche maximale Transparenz, dauerhaft niedrige Kosten und klare Regeln, damit günstige Einstiegskonditionen nicht später durch deutlich höhere Gebühren aufgezehrt würden, forderte Engelmeier. Auch die Verbraucherzentrale warnt im Vorfeld vor "Kostenfallen" durch teure und rentable Produkte.

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Viele Anbieter bringen sich bereits in Stellung

Schon jetzt zeichnet sich ein intensiver Wettbewerb zwischen Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften und weiteren Finanzdienstleistern ab. Sie wollen sich möglichst früh einen Platz in einem künftig wachsenden Markt sichern und Kunden für ihre Vorsorgeprodukte gewinnen.

Dabei soll es mehrere Modelle geben. Beim sogenannten Standarddepot können Verbraucher stärker in den Kapitalmarkt investieren und dadurch langfristig von den Renditechancen an den Aktien- und Anleihemärkten profitieren. Im Gegenzug müssen sie jedoch auch die Risiken von Kursschwankungen und möglichen Verlusten tragen. 

Für dieses Modell sollen die Kosten zudem gedeckelt werden. Darüber hinaus soll es auch Garantieprodukte geben. Bei diesen Angeboten ist eine vergleichbare Deckelung der Kosten nach bisherigem Stand nicht vorgesehen.

Genau hier sehen Verbraucherschützer und Sozialverbände eine zentrale Herausforderung. Wenn zahlreiche Anbieter um Kunden werben, könnten Kosten, Vertragsbedingungen und Risiken für Laien schwer vergleichbar sein. Besonders Menschen, die bislang wenig Erfahrung mit Wertpapieren oder langfristigen Geldanlagen haben, könnten Schwierigkeiten bekommen, das für sie passende Angebot zu erkennen.

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Staatliches Angebot lässt weiter auf sich warten

Während private Anbieter bereits um Marktanteile kämpfen, warten Verbraucher noch auf das angekündigte staatliche Angebot. Ein öffentlich organisiertes Altersvorsorgedepot könnte nach den Vorstellungen der Befürworter eine kostengünstige und einfach verständliche Alternative zu privaten Produkten schaffen.

Nach Einschätzung vieler Experten dürfte die staatliche Lösung jedoch nicht bereits ab Januar 2027 zur Verfügung stehen. Die Planungen sind demnach zwar im Gang. Wahrscheinlich wird das Angebot zum Jahreswechsel aber noch nicht startbereit sein.Damit entsteht ein Ungleichgewicht: Die private Finanzbranche kann sich bereits positionieren, während die staatliche Lösung noch nicht verfügbar ist.

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Was Anleger jetzt tun sollten

Anleger sollten sich von Werbeangeboten nicht zu einem vorschnellen Vertragsabschluss drängen lassen. Stattdessen lohnt es sich, Gebühren, Anlagerisiken, Garantien und mögliche Ausstiegskosten genau zu prüfen und mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. 

Wer bereits für das Alter vorsorgt, sollte außerdem kontrollieren, wie hoch die laufenden Kosten des bestehenden Vertrags sind und welche Rendite nach Abzug aller Gebühren tatsächlich übrig bleibt. Bei Unsicherheit kann eine unabhängige Beratung sinnvoll sein. Wer nicht dringend auf eine neue Vorsorgelösung angewiesen ist, kann zudem abwarten, bis die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das staatliche Angebot konkreter sind.

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Häufige Fragen

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot soll eine neue Möglichkeit der privaten Altersvorsorge schaffen. Anleger sollen dabei stärker am Kapitalmarkt investieren können, etwa in Aktien oder Fonds. Dadurch ergeben sich langfristig höhere Renditechancen, allerdings tragen Sparer auch das Risiko von Kursschwankungen und möglichen Verlusten.

Wann startet das Altersvorsorgedepot?

Der Start des neuen Altersvorsorgedepots ist für 2027 geplant. Unklar ist jedoch, ob bis dahin auch das geplante staatliche Angebot bereitsteht. Nach Einschätzung von Experten könnten die entsprechenden Planungen zum Jahreswechsel noch nicht abgeschlossen sein.

Worauf sollten Anleger bei einem Angebot achten?

Anleger sollten insbesondere auf die Gesamtkosten, die Anlagerisiken, mögliche Garantien und die Bedingungen für Auszahlungen achten. Auch vermeintlich günstige Einstiegskonditionen können später durch höhere Gebühren relativiert werden. Deshalb sollten Interessierte mehrere Angebote vergleichen und sich nicht zu einem schnellen Vertragsabschluss drängen lassen.