Die großen Notenbanken stehen vor einer richtungsweisenden Woche. Anleger, die noch vor wenigen Monaten auf kräftige Zinssenkungen setzten, müssen ihre Erwartungen offenbar neu justieren. Warum sich die geldpolitische Lage gerade jetzt so schnell dreht.
Die nächste Zinsentscheidung dürfte es in sich haben: Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB stehen vor Sitzungen, die an den Märkten genau beobachtet werden. Während sich die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen zuletzt deutlich abgekühlt haben, wächst zugleich der Druck durch steigende Inflationsrisiken.
Besonders spannend: Die Fed tagt am 17. Juni erstmals unter der Leitung ihres neuen Chefs Kevin Warsh. Fed-Gouverneur Christopher Waller hat derweil bereits angedeutet, dass die Inflation wieder stärker in den Fokus rücken könnte – vor allem dann, wenn der Arbeitsmarkt stabil bleibt. Zinssenkungen? Aus seiner Sicht derzeit kaum ein Thema.
Auch die EZB dürfte sich am 11. Juni auf eine kontroverse Debatte einstellen. Bei einer Inflationsrate von rund drei Prozent stehen sich zwei Lager gegenüber: Bundesbankchef Joachim Nagel warnt vor neuen Preisschüben und plädiert für härteres Handeln, während aus Frankreich mahnende Stimmen vor zu viel Bremskraft für die Konjunktur warnen.
Die Erwartungen an die Geldpolitik haben sich weltweit binnen weniger Monate spürbar verschoben. Aus der Hoffnung auf kräftige Zinssenkungen ist vielerorts Unsicherheit geworden. Geopolitische Risiken, Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen könnten die Notenbanken nun zu einem deutlich vorsichtigeren Kurs zwingen. Welche Folgen das für Anleger, Wirtschaft und Märkte haben könnte, lesen Sie in der neuen Ausgabe von €uro am Sonntag.
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