Eine Reihe chinesischer Konzerne zeichnet sich seit Jahren durch stabile Ausschüttungsquoten und hohe Dividendenrenditen aus. Was deutsche Aktionäre in puncto ausländische Quellensteuer beachten sollten.
Die Grundregel
Bei chinesischen Dividendenaktien fallen vor Ort standardmäßig 10 Prozent Quellensteuer an. Diese werden auf Grundlage des deutsch-chinesischen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) in voller Höhe auf die deutsche Abgeltungsteuer (Satz: 25 Prozent) angerechnet.
Depotbanken als Zahlstellen des Fiskus
Für in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtige Aktionäre entsteht in der Regel keine steuerliche Doppelbelastung, da Depotbanken als Zahlstellen des Fiskus die Anrechnung automatisch beim Abgabenabzug von chinesischen Dividenden durchführen. Sie zahlen effektiv nur die restlichen 15 Prozent plus Soli-Zuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Anderfalls ist es empfehlenswert, den Antrag auf Quellensteuererstattung in Zusammenarbeit mit der depotführenden Bank oder einem spezialisierten Dienstleister einzureichen, da das Verfahren in China als komplex gilt und die dortige Finanzverwaltung Anlegern keine standardisierten Formulare anbietet.
Steuerliche Besonderheiten
Die chinesische Qullensteuer ist abhängig vom Aktien-Typ (A-, B- oder H-Aktie) und der Wertpapierhaltedauer:
• Für lange Zeit gehaltene A-Aktien ist oft keine Quellensteuer fällig
• B-Aktien ("Festland-Listing"): Diese in Fremdwährung auf dem Festland gehandelten Aktien sind für ausländische Privatanleger in China oft vollständig quellensteuerfrei
• H-Aktien ("Hongkong-Listing"): Die meisten für Deutsche handelbaren China-Aktien (ISIN startet mit „HK“) sind H-Aktien. Laut Bundesfinanzministerium (BMF) wird die Quellensteuer hierbei problemlos auf die deutsche Steuer angerechnet, sofern das Unternehmen seinen operativen Hauptsitz auf dem chinesischen Festland hat. Das BMF-Schreiben vom 31.03.2022 behandelt die Besonderheiten von A- Aktien, B-Aktien und H-Aktien
Chinesische Dividenden-Flagschiffe
China Mobile (ISIN: HK0941009539)
Der weltweit größte Mobilfunkanbieter gilt als Cashflow-Gigant. Die Dividendenrendite liegt verlässlich im Bereich von 6 bis 7 Prozent bei kontinuierlich steigenden Ausschüttungen.
Bank of China (ISIN: CNE1000001Z5)
Eine der vier großen staatlichen Geschäftsbanken Chinas. Sie bietet Investoren traditionell eine sehr hohe Dividendenrendite, die sich historisch zwischen 7 und 8 Prozent eingependelt hat.
Industrial & Commercial Bank of China (ICBC) (ISIN: CNE1000003G1)
Die nach Bilanzsumme größte Bank der Welt schüttet erfahrungsgemäß rund 30 Prozent des Jahresgewinns an Aktionäre aus. Das resultiert in einer stabilen Dividendenrendite von regelmäßig 7 Prozent oder mehr.
China Petroleum & Chemical Corp. / Sinopec (ISIN: CNE1000002Q2)
Einer der größten Energie- und Chemiekonzmerne Asiens. Sinopec zahlt aufgrund staatlicher Vorgaben zyklisch schwankende, im Durchschnitt aber hohe Dividenden, die Aktionären jährlich Renditen von 8 bis 10 Prozent einbringen.
PetroChina (ISIN: CNE1000003W8)
Der größte Öl- und Gasproduzent des Landes profitiert vom Infrastrukturausbau und sichert Anlegern über regelmäßige Halbjahresdividenden erfahungsgemäß Renditen zwischen 6 und 8 Prozent.