Ab 1. Januar 2027 bietet Fidelity International sein eigenes Altersvorsorgedepot an - und zwar direkt, über Berater und über Vermittlerpools. Dabei kann der Preis je nach Vertriebsweg stark variieren.

Auch Fidelity International bringt sich zum Start der neuen staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Stellung. Ab dem 1. Januar 2027 gibt es das Fidelity VorsorgeDepot in zwei Varianten, einer einfachen Standardlösung und einer professionell gesteuerten Plus-Variante. Für Sparer lohnt der Blick auf das Kleingedruckte, denn Kosten und Ausgestaltung unterscheiden sich deutlich.

Fidelity ist seit 1992 in Deutschland aktiv. Zum Dezember 2025 verwaltete das Unternehmen nach eigenen Angaben Kundenvermögen von rund 77,1 Milliarden Euro, davon 36,5 Milliarden Euro in Fonds. 

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Altersvorsorgedepot bei Fidelity: Drei Wege zum Produkt

Fidelity vertreibt das Altersvorsorgedepot über drei parallele Kanäle. Privatanleger können es direkt abschließen. Unabhängige Finanzberater bieten es ebenfalls an, und Vermittlerpools binden es in ihre eigenen Plattformen ein. Die Abwicklung läuft über die hauseigene Fondsplattform FFB.

Ein vierter Weg ist in Planung - nämlich der über die Arbeitgeber. Deutschlandchefin Susanna Wooders führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Unternehmen, die ihren Beschäftigten neben der betrieblichen Altersvorsorge Zugang zu einem Altersvorsorgedepot geben wollen. Die Kosten sollen dabei individuell vereinbart werden. Bei größeren Unternehmen sei der Spielraum bei der Preisgestaltung größer.

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Standard oder Plus: Das sind die Konditionen

Das Fidelity VorsorgeDepot ist ein standardisiertes Produkt mit zwei Fidelity-ETFs, die eigens für diesen Zweck aufgelegt werden:

ein weltweit anlegender Aktien-ETF (Risikoklasse 4), der sich eng an einem globalen Aktienindex orientiert, aber einzelne Unternehmen etwas stärker oder schwächer gewichtet

ein defensiver Anleihen-ETF (Risikoklasse 2) mit überwiegend kurzen Laufzeiten

Die Anlagestruktur folgt einem Lebenszyklus-Modell. In der Ansparphase liegt das Geld zu 100 Prozent im Aktien-ETF. Zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand beginnt die Risikoabsenkung: Der Aktienanteil sinkt in festen Schritten, der Anleihenanteil steigt. Wer dem Vorschlag nicht folgen möchte, kann die Verteilung in 10-Prozent-Schritten selbst festlegen. Eigene ETFs kann man im Standardprodukt nicht wählen.

Die Auszahlphase kann frühestens mit 65 beginnen und auf Wunsch spätestens mit 70. Zu Rentenbeginn ist einmalig eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent möglich. Danach läuft ein Auszahlplan, der gesetzlich mindestens bis zum 85. Geburtstag angelegt sein muss. Das Kapital bleibt in dieser Phase im Depot investiert. Fidelity zufolge wird die Auszahlung alle drei Jahre neu kalkuliert.

Das Fidelity VorsorgeDepot Plus wird als Vermögensverwaltung organisiert. Ein Fondsmanager steuert das Portfolio aktiv, das Anlageuniversum ist breiter, Anleger können zwischen drei Risikoprofilen wählen, und die Auszahlphase lässt sich über den 85. Geburtstag hinaus verlängern.

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Kosten: Der Vertriebsweg macht den Unterschied

Fidelity wirbt mit einer niedrigen Depotgebühr von einem Euro pro Monat und laufenden Produktkosten von rund 0,35 Prozent pro Jahr. Diese Angabe gilt jedoch für Selbstentscheider. Gegenüber dem Finanzmagazin “Das Investment" nennt Fidelity für das Standardprodukt bei Abschluss über einen Berater 0,75 Prozent. Die Differenz von 0,4 Prozentpunkten entfällt auf die Vergütung des Beraters.

Variante Vertriebsweg Laufende Kosten p. a. Depotentgelt p. a.
Standard Direkt (Selbstentscheider) ca. 0,35 % 12 Euro
Standard Finanzberater 0,75 % 12 Euro
Plus Vermögensverwaltung 1,35 % 24 Euro

Bei der Plus-Variante können Berater sogar bis zu 0,75 Prozentpunkte erhalten. Laut Fidelity ist dieser Aufschlag gerechtfertigt, weil der Berater mehr leistet: ein aktiveres Management, zusätzliche Fonds und einen individuelleren Gleitpfad. Wooders sagt dazu: „Der Berater berät und diese Leistung muss dann auch fair vergütet werden.“

Rechenbeispiel: Bei einem durchschnittlichen Depotwert von 100.000 Euro, ohne Berücksichtigung der Wertentwicklung, kostet das Standardprodukt direkt rund 362 Euro pro Jahr. Über einen Berater sind es rund 762 Euro, bei der Plus-Variante etwa 1.374 Euro.

Die Kostenangaben sind zudem nicht ganz einfach zu vergleichen. Fidelity weist in den Fußnoten aus, dass die Quoten Depotentgelt, Provisionen, Plattformkosten und die Gesamtkostenquote der Fonds umfassen. Anleger sollten daher stets die Gesamtkosten betrachten.

Der gesetzliche Kostendeckel von maximal 1,0 Prozent pro Jahr gilt für das staatliche Standardprodukt. Die Standardvariante liegt mit 0,75 Prozent über Berater darunter. Die Plus-Variante liegt mit 1,35 Prozent darüber, ist aber kein Standardprodukt.

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Weiterführende Links

Was Privatanleger beachten sollten

Das Standardprodukt ist für Sparer interessant, die einfach und günstig investieren möchten und keine eigene Fondsauswahl treffen wollen. Der Gleitpfad übernimmt die Umschichtung, und die Kostenquote liegt im Direktvertrieb sehr niedrig. Wer dagegen selbst entscheiden möchte oder eine breitere Streuung wünscht, wird im Standardprodukt eingeschränkt. Dann bietet sich die Plus-Variante an, die allerdings deutlich teurer ist.

Der Wettbewerb um Kunden ist groß. Fidelity muss sich neben verschiedensten Anbietern wie Scalable und Deka positionieren. Für Anleger ist das gut - denn das zwingt die Anbieter dazu, die Gebühren nicht so hoch anzusetzen.

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Häufige Fragen

Was kostet das Fidelity Altersvorsorgedepot? 

Das Standardprodukt (VorsorgeDepot) kostet 1 Euro Depotgebühr pro Monat, also 12 Euro im Jahr. Die Produktkosten liegen bei ca. 0,35 Prozent pro Jahr, wenn man direkt bei Fidelity abschließt. Über einen Finanzberater nennt Fidelity für dasselbe Produkt 0,75 Prozent. Die Plus-Variante kostet 1,35 Prozent pro Jahr plus 24 Euro Depotentgelt.

Worin unterscheiden sich VorsorgeDepot und VorsorgeDepot Plus? 

Das VorsorgeDepot investiert in zwei feste Fidelity-ETFs, einen globalen Aktien-ETF und einen Anleihen-ETF. Die Anlage folgt einem Lebenszyklus-Modell, bei dem der Aktienanteil zehn Jahre vor dem Ruhestand schrittweise sinkt. Das Plus-Produkt ist eine Vermögensverwaltung mit aktiv gesteuertem Portfolio und drei wählbaren Risikoprofilen. Die Auszahlphase lässt sich dort über den 85. Geburtstag hinaus verlängern.

Wann kann ich mein Geld aus dem Altersvorsorgedepot auszahlen lassen? 

Die Auszahlphase beginnt frühestens mit 65 Jahren und auf Wunsch spätestens mit 70. Zu Rentenbeginn können bis zu 30 Prozent des Kapitals einmalig entnommen werden. Der restliche Betrag wird über einen Auszahlplan ausgezahlt, der gesetzlich mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft.