Ab 2027 kommt das neue Altersvorsorgedepot. Laut einer aktuellen Umfrage wollen viele Deutsche die staatliche Förderung in Anspruch nehmen.

Bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge sah es zuletzt schlecht aus – die sogenannte Riester-Rente wurde immer unbeliebter, und viele Menschen kündigten ihre Verträge. Die Regierung hat deshalb ein neues Angebot im Bereich der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge aufgelegt.

Umfrage: Mehr als die Hälfte der Deutschen will ein neues Altersvorsorgedepot schon jetzt

Einer aktuellen Umfrage des digitalen Vermögensverwalters quirion zufolge stößt dieses bereits jetzt auf großes Interesse in der Bevölkerung. Demnach zeigen 52 Prozent der von quirion befragten Personen schon heute Abschlussinteresse am Altersvorsorgedepot, während 46 Prozent dann am 1. Januar 2027 einsteigen würden.

Broker-Vergleich: Finden Sie jetzt das beste Depot bei BÖRSE ONLINE

Vor allem bei den Jüngeren gibt es eine starke Abschlussbereitschaft: Laut der Umfrage ist diese bei den 16- bis 40-Jährigen mit rund 60 Prozent am höchsten. Die interessierten Befragten planen im Schnitt, 181 Euro monatlich einzuzahlen – Männer würden 223 Euro pro Monat investieren, Frauen 124 Euro.

Dabei werden Banken (46 Prozent) sowie Neobroker und digitale Vermögensverwalter (46 Prozent) als Vertragspartner leicht bevorzugt. Etwas weniger beliebt sind staatliche Träger (44 Prozent) und Versicherungen (40 Prozent). Wichtigste Kriterien bei der Auswahl des Altersvorsorgedepots: verständliche und transparente Produktinformationen (59 Prozent), niedrige Gebühren (55 Prozent), klare Regeln für die Auszahlung (54 Prozent) und eine attraktive Rendite (48 Prozent).

Weiterführende Links

Das neue Altersvorsorgedepot: So viel Geld gibt es vom Staat

Mit dem neuen Altersvorsorgedepot gibt der Staat bei einem Sparbetrag von bis zu 360 Euro im Jahr pro eingezahltem Euro 50 Cent hinzu. Für Sparbeträge zwischen 360 und 1.800 Euro wird jeder privat eingezahlte Euro staatlich um 25 Cent aufgestockt. Damit ist eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich möglich.Für Familien kommt aber zusätzlich ein Kinderzuschlag hinzu: Ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro kann man den vollen Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind und Jahr erhalten.

Auch neu: Neben einer Altersvorsorge, bei der 100 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert ausgezahlt werden, soll es künftig auch eine Variante mit 80-prozentiger Garantie sowie ein Altersvorsorgedepot ohne Garantien geben. Dadurch lassen sich höhere Renditen am Kapitalmarkt erzielen. Geplant ist zudem ein von einem öffentlichen Träger angebotenes Standarddepot. Anders als bisher sollen außerdem alle Selbstständigen einbezogen werden.

Die Verbraucherzentrale warnt jedoch, dass auch beim neuen Altersvorsorgedepot Kostenfallen lauern können. Sie rät Verbrauchern, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, sondern sich einen Überblick zu verschaffen und auf unabhängige Quellen zu setzen.

Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.

Häufige Fragen

Ab wann kann man das neue Altersvorsorgedepot abschließen?

Das neue Altersvorsorgedepot startet offiziell erst am 1. Januar 2027. 

Wie funktioniert die staatliche Förderung beim neuen Altersvorsorgedepot?

Der Staat stockt die privaten Einzahlungen gestaffelt auf: Für Sparbeträge bis zu 360 Euro pro Jahr gibt es pro eingezahltem Euro 50 Cent vom Staat dazu. Für Beträge zwischen 360 und 1.800 Euro werden 25 Cent je Euro hinzugefügt. So ist eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich möglich. Familien erhalten zusätzlich einen Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind und Jahr, wenn sie mindestens 25 Euro monatlich einzahlen.

Welche Unterschiede gibt es beim neuen Altersvorsorgedepot im Vergleich zur bisherigen Riester-Rente?

Das neue Altersvorsorgedepot bietet mehr Flexibilität als die Riester-Rente. Es gibt drei Varianten: eine mit 100-prozentiger Beitragsgarantie, eine mit 80-prozentiger Garantie und eine ganz ohne Garantien – letztere ermöglicht höhere Renditen am Kapitalmarkt. Zudem werden erstmals alle Selbstständigen einbezogen, und ein öffentlicher Träger soll ein Standarddepot anbieten.